Ébloui bedeutet wörtlich „geblendet“, kann aber auch „überwältigt“ oder „beeindruckt“ heißen. Im Song beschreibt Stromae damit ironisch, wie die starke Sonne ihn blendet, während er gleichzeitig von seinem möglichen Hautkrebs spricht. Die ungewöhnliche Doppelbedeutung macht das Wort besonders einprägsam.
Stromae, der Künstler aus Belgien, beschreibt in „Summertime“ einen Urlaubstag, der gleichzeitig sonnig und ziemlich unbehaglich ist. „Ça y est j’y suis“ bedeutet: „Jetzt bin ich da.“ Dafür musste er früh aufstehen, hart arbeiten und sogar für seinen Sonnenbrand beziehungsweise seine Hautprobleme bezahlen: „J’ai bossé dur pour me le payer“ [„Ich habe hart gearbeitet, um es mir leisten zu können“]. Nun schwitzt er, weil er die Zeit unbedingt genießen will. Gerade dieser Druck ist der Witz an der Sache: Er hat endlich Ferien, aber er macht sich Sorgen, dass irgendetwas sein „Summertime“ verderben könnte.
Unter dem blauen, oder genauer gesagt „grau-blauen“, Himmel wird die gute Laune schnell kompliziert. Der Satz „Si on voyageait plus ce serait moins horrible“ [„Wenn wir mehr reisen würden, wäre es weniger schrecklich“] klingt zuerst wie ein lockerer Urlaubsgedanke. Dann kippt die Perspektive: Nur hundert Meter entfernt versuchen manche Menschen zu überleben, während der Erzähler selbst in der Sonne liegt. Er findet das so widersprüchlich, dass er am liebsten ein Buch darüber schreiben würde. Die endlose Wiederholung von „Summertime“ [„Sommerzeit“] klingt dadurch nicht nur nach Ferien, sondern auch nach einem Mantra, mit dem er seine Zweifel und die Welt gleich nebenan ausblenden möchte.