Richissime bedeutet „extrem reich“ oder „steinreich“. Das Wort ist eine verstärkte Form von riche und klingt auffälliger und übertriebener als das gewöhnliche „reich“.
Im Lied sagt der Sänger, dass sein Ziel nicht darin besteht, richissime zu sein, sondern nur ein angenehmes, bescheidenes Leben zu führen. Dieser Kontrast zwischen materiellen Träumen und echter Zufriedenheit macht das Wort besonders interessant.
Der belgische Musiker Stromae packt in diesen Dance-Track vier völlig unterschiedliche Lebensentwürfe, die alle mit derselben Aufforderung im Refrain enden: „Riez, riez, ouais, ouais, riez seulement“ (Lacht nur, ja, ja, lacht nur). Am Anfang steht der Größenwahn eines künftigen Megastars. Er träumt von einem Grammy, Polizeieskorten und einer berühmten Schauspielerin als Ehefrau mit der simplen Frage: „Pourquoi rêver petit?“ (Warum klein träumen?). Direkt danach schraubt die nächste Strophe den Traum etwas herunter. Hier reicht schon der „salaire d'un cadre“ (das Gehalt einer Führungskraft), ein 4x4-Wagen und ein Haus, um endlich aus dem „appart' minable“ (der schäbigen Wohnung) rauszukommen. Stromae verkürzt hier die Wörter wie im echten französischen Alltag: appart' steht für appartement.
In der zweiten Hälfte wird es noch bodenständiger, fast melancholisch. Die dritte Figur will nur Familie, ein kleines Grundstück und ein „potager“ (Gemüsegarten), den sie mit eigenen Händen baut. Doch die vierte Stimme bricht komplett mit diesen Träumen: Sie weiß nicht einmal, wo sie morgen schlafen wird, wünscht sich schlicht jeden Tag genug zu essen und hofft auf gültige Ausweispapiere („tant qu'j'ai les papiers“). Stromae lässt diese Person fragen, ob sie irgendwann überhaupt einmal groß träumen darf („si enfin en grand j'pourrais rêver“). Ein extrem tanzbarer Track, der dir zeigt, wie unterschiedlich das Wort „Glück“ klingt, je nachdem, woher du startest.