Faire ta fête bedeutet wörtlich „dein Fest feiern“, ist hier aber eine französische Redewendung. Im Song heißt es, dass die Mutter, der Richter und schließlich alle anderen dem angesprochenen „du“ Ärger machen oder es fertigmachen wollen. Gerade dieser Gegensatz zwischen der wörtlichen Party-Bedeutung und der bedrohlichen Redewendung macht den Ausdruck besonders einprägsam.
In „Ta Fête“ spielt Stromae mit einem Wortspiel: „faire la fête“ heißt auf Französisch „feiern“, doch „faire ta fête“ kann hier auch bedeuten, jemanden hart zu bestrafen oder fertigzumachen. Deshalb klingt „Tu aimerais faire ta fête“ [Du möchtest feiern] sofort viel bedrohlicher, wenn danach „Ta mère veut te la faire aussi, ta fête“ [Deine Mutter will dich ebenfalls bestrafen] kommt. Deine Mutter, ein Richter und schließlich „tout le monde“ [alle] scheinen gegen dich zu sein. Aus einer Party wird so ein regelrechter Spießrutenlauf.
Die angesprochene Person will ausgehen und tanzen, aber jede Bewegung hat eine Warnung im Gepäck: „Danse, t’inquiète pas tu vas danser“ [Tanz, keine Sorge, du wirst tanzen] und „Balance-toi, mais tu vas te faire balancer“ [Schwing dich, aber du wirst verraten oder zu Fall gebracht]. Auch „Défonce-toi, mais tu vas te faire défoncer“ [Streng dich an, aber du wirst fertiggemacht] klingt gleichzeitig wie ein Anfeuern und wie eine Drohung. Andere finden, die Person gehe zu oft aus und reden so viel über sie, dass ihr „les oreilles sifflent“ [die Ohren klingeln]. Besonders bissig ist die Schuldfrage: „À qui la faute? C’est la faute à autrui“ [Wessen Schuld ist es? Die Schuld liegt bei den anderen]. Der Refrain bleibt dabei immer wieder hängen, als würde die ganze Umgebung im Chor Druck machen.