De beaux draps ist eine interessante französische Redewendung und bedeutet normalerweise, in Schwierigkeiten zu sein. Wörtlich heißt sie „schöne Bettlaken“.
Im Lied spielt Stromae doppeldeutig auf die Bettwäsche an: Der Erzähler sagt, dass ihn seine Affären „in de beaux draps“ gebracht haben, weil die anderen Frauen in ihrem gemeinsamen Bett waren.
„Mon Amour“ ist ein freches, chaotisches Gespräch zwischen zwei Menschen, die offenbar beide fremdgegangen sind. Stromae zählt erst eine ganze Reihe von Frauen auf: „Mon amour, mon amour“ [Meine Liebe, meine Liebe] und verspricht danach treuherzig: „il n’y a que toi“ [es gibt nur dich]. Doch seine Versprechen klingen immer unglaubwürdiger, besonders wenn er sagt: „c’était la dernière fois“ [das war das letzte Mal]. Die Redewendung „m’être mis dans de beaux draps“ [mich in eine schöne Misere gebracht zu haben] ist ein Wortspiel: Wörtlich geht es um Bettlaken, hier meint sie, dass seine Affären ihn in große Schwierigkeiten gebracht haben. Sehr komisch und ziemlich dreist wird es, wenn er wissen will, was der andere Mann „mehr als ich“ hat und sogar nach dessen Körper und der Häufigkeit des Sex fragt.
Camila Cabellos englischer Teil dreht die Situation um. Sie erinnert daran, dass auch sie seit ihrer Kindheit auf Jungen steht, mehrere Menschen attraktiv finden kann und ihr Leben nicht wegen eines Partners oder der Paparazzi anhält. „This summer, I belong to me“ [In diesem Sommer gehöre ich mir selbst] klingt wie eine klare Ansage: Sie will feiern, tanzen und ihren eigenen Spaß haben. Der Verweis auf Bad Bunny und Reggaeton passt zu dieser Party-Stimmung. Danach kehrt der Refrain zurück, während die französische Stimme nach der Abreise der Partnerin über leere Bettlaken, Wäsche und Eifersucht klagt. Gerade dieser Wechsel macht das Lied so unterhaltsam: „Je t’aimerai pour toujours“ [Ich werde dich für immer lieben] klingt groß und romantisch, aber die Fragen, Ausreden und widersprüchlichen Wünsche machen daraus eine bissige, sehr menschliche Beziehungskomödie.