Trinque kommt vom Verb trinquer, was "anstoßen" oder "zusammen trinken" bedeutet. Es ist ein festliches Wort, das oft in geselligen Kontexten verwendet wird.
Im Lied singt Stromae: "Et toi, Albert, quand on trinque, tu ramasses les verres" (Und du, Albert, wenn wir anstoßen, sammelst du die Gläser ein). Hier wird das Wort verwendet, um die oft übersehene Arbeit derer hervorzuheben, die sich um die Aufräumarbeiten kümmern, während andere feiern. Es ist eine interessante Wahl, da es eine alltägliche Handlung in einen sozialen Kommentar verwandelt.
Stromae, der Künstler aus Belgien, beginnt mit einem Toast für Menschen, die sonst niemand feiert: „À ceux qui n'en ont pas“ [Auf diejenigen, die keinen haben]. Gemeint ist zuerst ganz konkret das Glas: Rosa räumt den Schmutz weg, Albert sammelt die Gläser ein, Céline arbeitet an der Garderobe und Arlette verbringt die Party auf der Toilette. Der Refrain dreht die übliche Feierlogik um: Statt nur auf die Gäste anzustoßen, hebt der Sänger sein Glas für das Personal, das die Feier überhaupt möglich macht. Besonders bissig wird es, wenn ein Gast sie herumkommandiert: „Elle est payée pour le faire“ [Sie wird dafür bezahlt]. Die Zeile klingt nach einer Ausrede, die schlechte Manieren entschuldigen soll.
Später erweitert das Lied seinen Toast auf Menschen mit unbequemen Arbeitszeiten und wenig Gelegenheit zum Feiern: Pilotinnen und Piloten, Pflegekräfte, Lkw-Fahrer, Flugbegleiterinnen, Bäcker und Fischer. Auch junge Eltern, die von weinenden Babys wach gehalten werden, und Menschen mit Liebeskummer bekommen ein Glas. Der Ausdruck „Un verre aux champions des pires horaires“ [Ein Glas auf die Meister der schlimmsten Arbeitszeiten] ist dabei herzlich und witzig zugleich. Und wenn Stromae singt: „Frotter, frotter, mieux vaut ne pas s'y frotter“ [Schrubben, schrubben, besser, du legst dich nicht damit an], wird aus dem Putzen eine Warnung: Respektlosigkeit kann Ärger bringen. „Santé“ bedeutet hier also nicht einfach „Prost“, sondern ein lauter, leicht frecher Toast auf alle, die arbeiten, warten, sorgen oder leiden, während andere feiern.