Deshojando kommt vom Verb deshojar, was wörtlich „entblättern“ bedeutet. Es ist ein bildhaftes Wort, das man nicht jeden Tag hört.
In diesem Lied singt Shakira: „Y voy deshojando margaritas y mirando sin mirar“ (Und ich entblättere Gänseblümchen und schaue, ohne zu sehen). Sie spielt hier auf das bekannte Spiel „Er liebt mich, er liebt mich nicht“ an, bei dem man die Blütenblätter eines Gänseblümchens abzupft. Es vermittelt ein Gefühl der Unsicherheit und des Wartens auf eine Entscheidung in einer Beziehung.
In „No“ spricht Shakira, die kolumbianische Künstlerin, mit jemandem, der sich entschuldigt und trotzdem nicht wirklich loslässt. Die Antwort ist glasklar: „No, no intentes disculparte“ [Nein, versuch nicht, dich zu entschuldigen]. Auch seine Ausreden, seine überredenden Worte und sein „Wir“-Gerede will sie nicht mehr hören. Besonders scharf ist das Bild „La retórica es tu arma más letal“ [Deine Rhetorik ist deine tödlichste Waffe]: Seine Sprache wirkt hier nicht liebevoll, sondern wie ein Werkzeug, mit dem er sie immer wieder beeinflusst. Deshalb bittet sie ihn, nicht zurückzukommen, obwohl der Schmerz „todavía aquí adentro“ [immer noch hier drinnen] sitzt.
Der Refrain macht deutlich, wie giftig diese Beziehung für sie geworden ist: „No se puede vivir con tanto veneno“ [Man kann nicht mit so viel Gift leben]. Ihr Vergleich mit Zement ist wunderbar übertrieben und gerade deshalb einprägsam: „Pesa más la rabia que el cemento“ [Die Wut wiegt mehr als Zement]. Früher gab seine Liebe ihr Hoffnung, doch jetzt will sie nicht länger „el alma a acumular intentos“ [die Seele dafür einsetzen, Versuche anzusammeln]. Nach ihrem sechsundzwanzigsten Geburtstag, sagt sie, ist ihre Geduld „hasta los pies“ [bis zu den Füßen] verschwunden. Das Bild vom Gänseblümchen, dessen Blätter sie zupft, erinnert an „Er liebt mich, er liebt mich nicht“, aber hier macht sie es absichtlich und schaut dabei weg, damit er genervt geht. Süß ist das nicht, aber herrlich direkt: Sie wartet nicht mehr darauf, dass er sich ändert.