Mortifiques kommt vom Verb mortificar, was so viel wie „quälen“, „demütigen“ oder „ärgern“ bedeutet. Es ist ein starkes und ausdrucksvolles Wort, das man nicht jeden Tag hört.
In Shakiras Lied wird es in der Zeile „Esto es pa' que te mortifiques, mastiques y tragues“ verwendet. Sie singt, dass das Lied dazu da ist, ihren Ex zu quälen, damit er es „kaut und schluckt“ – eine metaphorische Art zu sagen, dass er die Konsequenzen seiner Taten bitter schmecken soll. Es ist ein zentrales Wort, das die Rache- und Empowerment-Botschaft des Songs perfekt einfängt.
Shakira aus Kolumbien richtet sich gemeinsam mit Bizarrap direkt an einen Ex-Partner, den sie für arrogant und enttäuschend hält. Der Refrain „Pa’ tipos como tú“ [Für Typen wie dich] ist die verkürzte, umgangssprachliche Form von „para tipos como tú“ und klingt wie eine klare Ansage. Sie sagt, sie habe bereits ein anderes Flugzeug genommen und komme nicht zurück. Besonders bissig ist „Una loba como yo no está pa’ novatos“ [Eine Wölfin wie ich ist nichts für Anfänger]: Die „Wölfin“ steht hier für eine selbstbewusste Frau, die sich nicht mit jemandem zufriedengibt, der sie schlecht behandelt.
Die Sticheleien werden immer konkreter und dadurch auch ziemlich witzig: Sie habe ihm zu viel bedeutet, deshalb sei er nun mit einer Frau zusammen, die ihm ähnlich sei. Er habe sie verletzt, doch sie sei dadurch härter geworden. „Las mujeres ya no lloran, las mujeres facturan“ [Frauen weinen nicht mehr, Frauen verdienen Geld] dreht ein bekanntes Bild von Liebeskummer um. „Facturar“ heißt wörtlich Rechnungen ausstellen, hier aber: Geld verdienen und erfolgreich weitermachen. Die Zeile über die Schwiegermutter als Nachbarin, die Presse vor der Tür und Schulden bei „Hacienda“, der spanischen Steuerbehörde, macht aus der Trennung eine sehr öffentliche und unangenehme Abrechnung. Am Ende bleibt sie bei ihrer Entscheidung: Sie kehrt nicht zurück, selbst wenn er weint oder sie anfleht.