Adivina kommt vom Verb adivinar, was "erraten" oder "vorhersagen" bedeutet. Es ist ein interessantes Wort, da es oft in einem Kontext von Geheimnis und Unsicherheit verwendet wird.
In Shakiras Lied singt sie: "Nadie adivina que depara el destino" (Niemand errät, was das Schicksal bereithält). Hier drückt es die Ungewissheit des Lebens und die Unfähigkeit aus, die Zukunft zu kennen, was dem Lied eine tiefere, nachdenkliche Note verleiht.
In "Nada" nimmt uns Shakira mit auf einen Spaziergang durch Berlin: Sie läuft über ein Meer aus trockenen Blättern ("Voy caminando sobre un mar de hojas secas"), während Engel über der Stadt fliegen und es innerlich regnet. Trotz all ihres Erfolgs fühlt sich dieser Moment völlig leer an. Sie bringt die Botschaft im Refrain direkt auf den Punkt: "No sirve de nada llegar aún más lejos / Ni toda la fama, ni todo el dinero" (Es bringt überhaupt nichts, noch weiter zu kommen / Weder der ganze Ruhm, noch das ganze Geld), wenn die geliebte Person fehlt. Die Einsamkeit bohrt sich ihr förmlich bis in die Knochen ("la soledad se me clava en los huesos").
Es gibt in diesem Song eine herrlich ehrliche Szene: Sie wirft ihre gefälschte Handtasche auf die nasse Straße ("Tiro mi bolso Chanel del barrio chino al suelo mojado" – barrio chino meint hier die Chinatown-Märkte, wo man billige Imitate findet) und rennt einfach los. Ihr fehlt die Stimme, der Geruch und die Nähe des anderen so sehr, dass ihr sogar die Luft wegbleibt ("Me falta hasta el aire"). Ein Song ohne Kitsch, der einfach zeigt, wie wertlos Glanz und Ruhm sind, wenn man am Ende des Tages alleine dasteht.