Corazonada bedeutet „Ahnung“ oder „Intuition“ und kommt wörtlich von corazón (Herz). Gemeint ist ein Gefühl, das man tief im Inneren spürt, ohne es logisch erklären zu können.
Im Lied sagt Shakira, dass ihr ihre corazonada verrät, dass ihr geliebter Mensch vor ihr flieht. Das poetische Bild macht das Wort besonders einprägsam: Das Herz scheint die Wahrheit zu kennen, obwohl sie verborgen bleibt.
Mit „Dónde Estás Corazón“ nimmt uns die kolumbianische Popsängerin Shakira mit auf eine geradezu absurde Suchaktion nach der verlorenen Liebe. Anstatt nur traurig am Fenster zu sitzen, dreht sie völlig auf: Sie singt „la vida se me vuelve un ocho“ („mein Leben verwandelt sich in eine Acht“). Das ist eine herrliche kolumbianische Redewendung und bedeutet schlicht, dass alles im totalen Chaos versinkt und sich verknotet, sobald dieser Mensch fehlt.
Und wo sucht man jemanden, der abgehauen ist? Shakiras Aufzählung wird herrlich überdreht. Sie guckt „en el armario“ („im Schrank“), „debajo de el carro“ („unter dem Auto“), im Geldbeutel und sogar „en cuadros de Botero“ („in Gemälden von Botero“). Fernando Botero ist Kolumbiens berühmtester Maler und Bildhauer, bekannt für seine extrem rundlichen, voluminösen Figuren. Man muss schon ganz schön verzweifelt sein, um seinen Ex-Partner in einem Gemälde mit dicken Figuren oder „en el abecedario“ („im Alphabet“) zu vermuten! Am Ende sucht sie sogar in zweitausend Religionen und ihren eigenen Liedern. Ein wunderbar verspielter Popsong über Liebeskummer, bei dem die Suche nach dem „corazón“ (wörtlich: Herz, hier als Kosewort für den Geliebten) völlig aus dem Ruder läuft.