Corazonada bedeutet „Ahnung“ oder „Intuition“ und kommt wörtlich von corazón (Herz). Gemeint ist ein Gefühl, das man tief im Inneren spürt, ohne es logisch erklären zu können.
Im Lied sagt Shakira, dass ihr ihre corazonada verrät, dass ihr geliebter Mensch vor ihr flieht. Das poetische Bild macht das Wort besonders einprägsam: Das Herz scheint die Wahrheit zu kennen, obwohl sie verborgen bleibt.
Shakira, die kolumbianische Sängerin, macht aus der Suche nach einer verschwundenen geliebten Person ein herrlich überdrehtes Abenteuer. Immer wieder fragt sie: „¿Dónde estás, corazón?“ [Wo bist du, mein Herz?] und sagt, dass sie gestern „zwischen Boden und Himmel“ gesucht habe, ohne ihn zu finden. Sie vermutet sogar, dass er vor ihr flieht, weil ihr Schweigen ihr ein Gefühl gibt, dass es so sein könnte. Besonders schön und ein bisschen dramatisch ist die Bitte: „Ven, regresa por mí“ [Komm, kehr zu mir zurück]. Ohne ihn „wird das Leben zu einer Acht“: eine spanische Redewendung für ein völlig verdrehtes, kompliziertes Durcheinander.
Dann wird die Suche immer absurder und dadurch ziemlich lustig: Sie schaut „im Schrank“, „im Alphabet“, unter dem Auto, in Büchern, Zeitschriften und im Radio. Sie sucht sogar auf den Straßen, bei seiner Mutter, in Bildern von Botero, in ihrem Portemonnaie, in „zweitausend Religionen“ und schließlich in ihren eigenen Liedern. Botero ist ein kolumbianischer Künstler, dessen Name hier ganz selbstverständlich zwischen Alltag und großen Fragen auftaucht. Trotz all dieser Orte bleibt die Antwort aus. Für die Sprecherin gibt es auf dem ganzen Planeten niemanden sonst, den sie lieben kann, und genau deshalb klingt ihre Suche gleichzeitig verzweifelt, verspielt und maßlos.