Erizar bedeutet wörtlich „aufstellen“ oder „sträuben“, oft im Zusammenhang mit Haaren, die sich vor Kälte oder Angst aufstellen.
In „Héroe“ singt Enrique Iglesias: „A erizar de frío tu piel“ (Deine Haut vor Kälte aufstellen). Er verwendet dieses Wort, um eine intensive körperliche Reaktion zu beschreiben, die er in der geliebten Person hervorrufen möchte – ein Zeichen tiefer Leidenschaft und Sehnsucht, die über gewöhnliche Gefühle hinausgeht.
Enrique Iglesias geht hier aufs Ganze: Er will nicht einfach nur ein netter Partner sein, sondern singt ganz unbescheiden „Si pudiera ser tu héroe / Si pudiera ser tu Dios“ (Wenn ich dein Held sein könnte / Wenn ich dein Gott sein könnte). Das ist kitschig, pathetisch und genau deswegen so eingängig. Der spanische Popstar malt extreme Bilder von Liebe und Schmerz: Er will dir Gänsehaut vor Kälte verpassen („erizar de frío tu piel“), deinen Mund küssen und danach direkt sterben („morirme allí después“). Für ihn gibt es keine halben Sachen, denn das Retten der anderen Person ist seine eigene Rettung: „salvarte a ti mil veces / Puede ser mi salvación“ (dich tausendmal zu retten / kann meine Rettung sein).
Zwischendurch wird es fast ein bisschen dramatisch-verrückt, wenn er von seinem inneren Zustand singt: „Si supieras la locura que llevo / Que me hiere y me mata por dentro“ (Wenn du den Wahnsinn wüsstest, den ich in mir trage / der mich verletzt und innerlich umbringt). Doch statt lange nachzudenken, wischt er den Schmerz mit einer typischen Alltagswendung weg: „Y que más da“ (Und was macht das schon). Am Ende zählt für ihn nur ein einziger Satz: „Lo que importa es que te quiero“ (Was zählt, ist, dass ich dich liebe). Ein Song voller Hingabe, Berührungen („Déjame tocarte“) und dem Wunsch nach absoluter Verbundenheit.