Inexpressif bedeutet „ausdruckslos“ oder „regungslos“. Es ist ein eher gehobenes Wort, das man nicht alltäglich hört und daher besonders einprägsam ist.
Im Lied beschreibt GIMS ein „visage inexpressif rempli de tristesse“ (ein ausdrucksloses Gesicht voller Traurigkeit). Dieses Wort vermittelt ein starkes Bild von innerem Leid, das nach außen hin verborgen bleibt, und passt perfekt zur melancholischen Stimmung des Songs.
In „Changer“ [sich verändern] spricht GIMS zu einem Menschen, den er verletzt und enttäuscht hat. Er nennt ihn „Mon ami, mon avenir“ [Mein Freund, meine Zukunft] und bittet um Vergebung. Sein ausdrucksloses, trauriges Gesicht passt zu den Lügen und zu der Rolle, die er gespielt hat: Zwischen seinen Worten und seinen Taten liegen „des kilomètres“ [Kilometer]. Trotzdem versucht er, sich zu erklären: „Des fois j’fais des choses que j’contrôle pas“ [Manchmal tue ich Dinge, die ich nicht kontrolliere]. Ob das eine Entschuldigung reicht? Der Song lässt diese Frage offen, aber der Vorsatz ist klar: „J’vais changer“ [Ich werde mich ändern].
Dabei geht es auch um die Folgen von Geld, Wünschen und Vergnügen. Seine „envies“ und „désirs“ [Wünsche und Verlangen] haben sein Familienleben verdrängt, und Geld macht es ihm schwer, Freund und Feind zu unterscheiden. Er will lieber das Lächeln dieser Person „dans un trou d’souris“ [in einem Mauseloch] als ein großes Reich, das sein Herz zerstört. Besonders stark ist das Bild am Ende: „Assis dans le noir, occupé à compter mes défauts“ [Im Dunkeln sitzend und damit beschäftigt, meine Fehler zu zählen]. In der Nacht denkt er nach, sitzt tief in einem Flur und hält sich an „un atome d’espoir“ [einem winzigen Atom Hoffnung] fest. So wird aus „Changer“ kein einfacher Neubeginn, sondern ein Versprechen, das erst noch bewiesen werden muss.