Barauder ist ein eher seltenes französisches Verb und bedeutet, ziellos oder entspannt herumzustreifen. In der Zeile „J’baraude dans la ville“ beschreibt GIMS, wie er durch die Stadt zieht, was dem Song eine lässige, selbstbewusste Großstadtstimmung verleiht.
Besonders interessant ist die umgangssprachliche Verkürzung j’baraude für je baraude. So lernen Hörer nicht nur ein ungewöhnliches Wort, sondern auch eine typische gesprochene Form im Französischen.
GIMS entwirft hier eine selbstbewusste Partyszene: Jemand soll seine Freundin anrufen und ihr sagen, dass es nur ums „chill“ geht, während der Sprecher längst flirtet. „Appelle ta copine, dis-lui qu'c'est pour chill“ [Ruf deine Freundin an, sag ihr, es geht nur ums Chillen] klingt dabei weniger harmlos, als es behauptet. Die Anrede „beauté assassine“ [mörderisch schöne Frau] ist bewusst übertrieben, und „j'vais gratter la bise“ [ich hole mir eine Wangenkuss-Begrüßung] beschreibt einen dreisten, körpernahen Annäherungsversuch. Mit „J'ai mis ton dossier tout en haut de la pile“ [Ich habe deine Akte ganz oben auf den Stapel gelegt] macht er aus dem Flirt einen geschäftlichen Deal: Du bist für ihn die Nummer eins.
Dazu kommen Luxus, Tempo und Angeberei. „Y en a sous l'capot“ [Da steckt etwas unter der Motorhaube] meint, dass ordentlich Kraft vorhanden ist, und die „Ferrari Pista“ ist ein besonders sportliches Ferrari-Modell. „Je verrouille la cible“ [Ich fixiere das Ziel] und „En plein dans le mille“ [Voll ins Schwarze] lassen den Flirt wie einen geplanten Treffer wirken. Gleichzeitig bleibt der Text spielerisch und etwas frech: Die Frau soll zeigen, was sie „pour la team“ [für das Team] zu tun bereit ist, „avec ou sans faux cils“ [mit oder ohne falsche Wimpern]. Der wiederholte „poum, tcha, tcha“-Rhythmus passt perfekt zu dieser lauten, selbstsicheren Nacht in der Stadt.