Hantée bedeutet wörtlich „heimgesucht“ oder „verflucht“ und wird meist mit Geistern und Spukhäusern verbunden. Im Song fühlt sich der Sänger jedoch metaphorisch wie in einem maison hantée, also einem „Spukhaus“, weil die zerbrochene Beziehung ihn innerlich verfolgt.
In „BABY“ verspricht GIMS einer geliebten Person, trotz allem dazubleiben: „Baby, je serai toujours là“ [Baby, ich werde immer da sein]. Ihr Blick weckt in ihm noch immer das Feuer „wie beim ersten Mal“, doch zugleich klingt „une dernière fois“ [ein letztes Mal] wie ein vorsichtiger Abschied. Er gibt sich der Beziehung hin und wäre schon zufrieden damit, in ihren Armen zu liegen. Dabei bittet er sie, die Situation nicht als Kampf zu sehen: „Ne crois pas qu’c’est toi contre moi“ [Glaube nicht, dass du gegen mich bist]. Das verkürzte „j’me“ und „qu’c’est“ gehören zur gesprochenen Alltagssprache, während „p’t-être“ einfach „vielleicht“ bedeutet.
Dann wird der Text deutlich bitterer: „L’amour seul ne suffit pas“ [Liebe allein reicht nicht]. Er hat sein Herz geöffnet, doch die andere Person hat „die Schlüssel verloren“ und etwas hereingelassen, „was uns zugrunde richten wird“. Die letzte Metapher ist besonders stark und ein bisschen unheimlich: „Maintenant, je me sens comme une maison hantée“ [Jetzt fühle ich mich wie ein Spukhaus]. Aus dem Wunsch nach Nähe wird so das Bild eines Menschen, in dem alte Verletzungen und Erinnerungen herumgeistern. Die wiederholte Liebeserklärung klingt deshalb zugleich zärtlich und erschöpft.