Pêle-mêle bezeichnet ein ungeordnetes Durcheinander oder eine bunte Mischung. Das Wort klingt bildhaft und ist im Französischen deutlich ungewöhnlicher als ein alltägliches „Chaos“.
Im Lied beschreibt GIMS sich selbst als „un pêle-mêle, un mélange“: Er fühlt sich komplex, nicht eindeutig einordenbar und aus vielen verschiedenen Seiten zusammengesetzt. Dadurch wird das Wort zu einem einprägsamen Bild für seine persönliche Freiheit und Vielschichtigkeit.
In „La Même“ spricht ein Ich, das sich nicht in eine einzige Schublade stecken lassen will. Es nennt sich selbst „un pêle-mêle, un mélange“ [ein Durcheinander, eine Mischung] und sagt: „Je suis trop compliqué, je ne choisirai jamais que les deux côtés“ [Ich bin zu kompliziert, ich werde mich niemals nur für eine Seite entscheiden]. Die Menschen möchten offenbar wissen, wohin es gehört, doch für den Sänger sind solche Einteilungen viel zu klein. Das Bild von den „boîtes“ [Schachteln] ist dabei ziemlich witzig und zugleich bissig: Menschen werden in Kategorien gesteckt, aber kein Mensch passt vollständig hinein. Selbst „les singes singent les sages“ [die Affen ahmen die Weisen nach], während die Weisen immer neue Schubladen bauen.
Der Refrain „Si je vous gêne, bah c’est la même“ [Wenn ich euch störe, dann ist es eben dasselbe] klingt bewusst frech und gleichgültig. Der Sänger will sich nicht nach den Urteilen anderer richten. Er erzählt von vielen Wegen und Begegnungen, davon, dass man Brel und Megui mögen und sogar seine Feinde lieben kann. Am Ende wird die Freiheit fast wie eine Person begrüßt: „T’es entrée dans ma vie, ô ma liberté chérie“ [Du bist in mein Leben getreten, meine liebe Freiheit]. Dazu kommt der klare Satz „L’envie avant les avis“ [Der Wunsch kommt vor den Meinungen]. Für ihn zählt also, was er selbst will, mehr als die Frage, in welche Schachtel andere ihn stecken möchten.