Prendaste kommt vom Verb prendarse und bedeutet, sich in jemanden zu verlieben oder von jemandem völlig hingerissen zu sein. In der Zeile „Así tú te prendaste de mí“ beschreibt Rosalía den Moment, in dem die andere Person sich in sie verliebt hat. Das seltene Verb klingt poetischer und intensiver als das alltägliche enamorarse.
„CANDY“ ist ROSALÍAs Abrechnung mit einer alten Liebe, und sie klingt dabei eher amüsiert als traurig. Das Intro holt den Tag zurück, an dem alles anfing: „Vestida con F de Fendi“ [Gekleidet in F wie Fendi] tanzte sie zu einem Reggaeton-Klassiker, „Bailando Plan B, la de Candy“ [Tanzend zu Plan B, zu ihrem Song „Candy“], und genau da hat es die andere Person erwischt: „Así tú te prendaste de mí“ [So hast du dich in mich verliebt]. Der Refrain dreht die Rollen um. „No me has olvidao'“ [Du hast mich nicht vergessen] singt sie immer wieder, fast spöttisch, denn festhängen tut nur noch die andere Person.
Sie selbst ist längst weiter. „Ya no te quiero como antes“ [Ich liebe dich nicht mehr wie früher], und auch wenn die Trennung wehgetan hat, dann „pero solo en parte“ [aber nur teilweise]. Früher trug sie ein Armband dieser Person, „Llevaba tu esclava para pensarte“ [Ich trug dein Armband, um an dich zu denken], heute gilt: „Pero de olvidarte yo ya hice un arte“ [Aber dich zu vergessen, habe ich schon zur Kunst gemacht]. Die schönste Gemeinheit kommt in der zweiten Strophe, wo sie sich angeblich nicht mal mehr an das Gesicht erinnert: „Ya no me acuerdo de tu cara“ [Ich erinnere mich nicht mehr an dein Gesicht]. Und das „na-na-na“ im Hintergrund klingt wie ein verschlucktes „nada“ [nichts]: Zwischen den beiden ist nichts mehr übrig.