Velero bedeutet „Segelboot“ und ist ein poetisches, bildstarkes Wort, das man nicht in jedem Lied hört. Im Song beschreibt sich der Sänger als „un velero sin viento“, also als ein Segelboot ohne Wind: Er fühlt sich verloren und kommt ohne die geliebte Person nicht voran.
Ein Papierschiff, ein Segelboot ohne Wind, eine Insel ohne Punkt auf der Karte: Alvaro Soler stapelt in „Esperándote“ (Ich warte auf dich) ein Bild der Hilflosigkeit aufs andere. Er ist „Una isla en el mar“ (Eine Insel im Meer), treibt „sin corrientes“ (ohne Strömung) dahin und kommt nicht vom Fleck, weil er nicht loslassen kann.
Er sitzt mit den Fotos einer Person da, die längst weg ist, und weiß selbst: „Y debería dejarte ir“ (Und ich sollte dich gehen lassen). Gleich danach kommt trotzdem „Pero sigo aquí“ (Aber ich bin immer noch hier). Das ständig wiederholte „Esperándote“ klingt wie ein Mantra, und im Bridge bittet er nur noch: „Ven a buscarme“ (Komm und such mich). Ziemlich viel Seefahrt für ein Lied, in dem sich niemand von der Stelle bewegt.