Cicatrices bedeutet "Narben". Es ist ein Wort, das man nicht oft in Liedern hört und das eine tiefere Bedeutung hat.
Im Lied von Alvaro Soler erzählen die Narben, was passiert ist ("Cicatrices cuentan que pasó"). Es ist eine schöne Metapher dafür, wie unsere Erfahrungen und die Spuren, die sie hinterlassen, unsere Geschichte erzählen und uns zu dem machen, was wir sind.
In „El Camino“ von Álvaro Soler wird der Weg zu einem treuen Begleiter. Das spanische camino bedeutet „Weg“, und der Text nennt ihn sogar „el hermano del destino“ [den Bruder des Schicksals]. Der Sänger fühlt sich nie allein, weil der Weg immer an seiner Seite war: „A mi lado el camino“ [Der Weg ist an meiner Seite]. Eine schöne Idee, denn hier ist der Weg kein Ziel auf einer Karte, sondern etwas, das ihn durch jede Veränderung begleitet.
Der Sänger erzählt auch von Umwegen und schweren Zeiten. Er hat „cambiado el rumbo sin sentido“ [die Richtung ohne Sinn geändert] und dachte, er hätte sich verirrt. Beim Aufstieg zum Horizont füllt sich seine Tasche mit Staub, während Narben erzählen, was geschehen ist. Erst später versteht er: Auch das Scheitern und das Leiden gehörten zum recorrido, zum zurückgelegten Weg. Besonders warm klingt die letzte Bezeichnung: „Mi viejo amigo el camino“ [Mein alter Freund, der Weg]. Der Weg war also nicht immer leicht, aber er war die ganze Zeit da.