Marfil bedeutet 'Elfenbein'. Es ist ein eher seltenes und poetisches Wort, das man nicht in jedem Lied findet.
In "Alma De Luz" wird es verwendet, um die Hautfarbe zu beschreiben: "piel de marfil" (Haut aus Elfenbein). Dies erzeugt ein sehr bildliches und zartes Bild, das die Einzigartigkeit der beschriebenen Person hervorhebt und eine gewisse Eleganz und Reinheit suggeriert.
In "Alma De Luz" greift der spanische Popsänger Alvaro Soler ein Thema auf, das viele Menschen mit gemischten Wurzeln kennen: das Gefühl, nirgendwo so richtig dazuzugehören. Die Lyrics beschreiben jemanden mit „Ojos del sur, piel de alemán“ („Augen aus dem Süden, Haut eines Deutschen“) und „Alma de luz, piel de marfil“ („Seele aus Licht, elfenbeinfarbene Haut“). Weil das Äußere nicht in eine feste Schublade passt, reden die anderen sofort: „Dicen que tú no eres de aquí“ („Sie sagen, dass du nicht von hier bist“).
Besonders stark ist der Kontrast zwischen Vorurteilen und Akzeptanz. Alvaro singt über die dumpfe Angst vor dem Unbekannten: „Si no te conozco, miedo me das“ („Wenn ich dich nicht kenne, machst du mir Angst“) und die Frage „¿Cuál es tu bandera?“ („Was ist deine Flagge?“). Seine eigene Antwort darauf ist herrlich direkt: „¿Pero a mí qué más me da?“ („Aber was macht mir das schon aus?“ / „Was kümmert es mich?“). Ein schönes Detail für Spanisch-Lernende steckt in der Zeile „pa' fueras dirán“: pa' ist die typische umgangssprachliche Abkürzung für para („nach draußen werden sie sagen“), was den Songtext nahbar und lebendig klingen lässt.