쓰라리는 bedeutet 'schmerzhaft' oder 'bitter'. Es beschreibt einen tiefen, brennenden Schmerz, der sowohl physisch als auch emotional sein kann.
In diesem Lied verwendet DAY6 das Wort, um die Intensität der emotionalen Wunden zu beschreiben, die der Protagonist empfindet. Er singt: "쓰라리는 이 상처가 좀 덜 아프겠지" (Diese schmerzhafte Wunde wird vielleicht etwas weniger wehtun), was die Hoffnung auf Linderung von tiefem Leid ausdrückt.
In „Maybe Tomorrow“ von DAY6 aus Südkorea fühlt sich jeder Tag zunächst gleich an: „뭘 해도 똑같고 변함없잖아“ [Egal, was ich mache, es bleibt alles gleich und verändert sich nicht]. Die Person versucht trotzdem, irgendetwas zu tun, doch der Schmerz um sie herum scheint nicht nachzulassen. Besonders stark ist das Bild einer verschwommenen Welt, in der sie den Weg nicht mehr erkennt: „흐릿해진 내 세상에 걸어갈 길은 어딘지“ [In meiner verschwommenen Welt weiß ich nicht, wo der Weg ist]. Dazu steigen ihr die Tränen in die Augen, während sie den Kopf hebt. Das ist sehr direkt und überhaupt nicht beschönigt.
Trotzdem hält sich der Song an ein kleines Morgen-Versprechen. „내일이 오면 오늘보단 나아지겠지“ [Wenn morgen kommt, wird es wohl besser sein als heute] und „내 맘을 감싸 줄 봄을 기다려“ [Ich warte auf den Frühling, der mein Herz umarmt]. „Morgen“ ist hier also kein konkreter Termin, sondern die Hoffnung, dass die Wunde weniger brennt, die Kälte nachlässt und ein Lächeln zurückkommt. Selbst wenn noch keine Besserung zu sehen ist, stellt sich die Person den Tag dahinter vor und macht weiter. Aus vielen kleinen „morgen“ soll irgendwann der lang erwartete Tag werden. Genau darin liegt die stille Stärke des Liedes: nicht so zu tun, als wäre heute schon alles gut, sondern trotzdem auf Wärme zu warten.