Difunto bedeutet wörtlich „Verstorbener“ oder „Toter“ und ist ein eher gehobenes, ungewöhnliches Wort im Spanischen.
Im Lied sagt der Sänger „Soy un difunto“, obwohl er nicht tatsächlich tot ist. Er verwendet das Wort bildlich, um auszudrücken, dass er sich nach dem Ende der Beziehung innerlich leblos und völlig zerstört fühlt.
Es ist zwei Uhr nachts, das Zimmer ist eiskalt und Prince Royce sitzt völlig am Ende vor einem leeren Blatt Papier. In diesem Bachata-Track geht es um den dramatischen Schlusspunkt einer gescheiterten Ehe. Seine Frau hat ihn vor die Tür gesetzt – oder wie er es drastisch formuliert: „Como es posible que mi esposa me boto“ („Wie ist es möglich, dass meine Frau mich weggeworfen hat“). Das spanische Verb botar bedeutet wörtlich wegwerfen oder wegschmeißen, und genau so fühlt er sich auch: wie Abfall oder „como un perro sin valor“ („wie ein wertloser Hund“). Für ihn fühlt sich das Beziehungsende so extrem an, dass er sich selbst als „difunto“ (Leiche/Verstorbener) bezeichnet und das ganze Drama mit einer Telenovela vergleicht: „esta novela termino así“ („diese Telenovela endete so“).
Was diesen Song so spannend macht, ist das absolute Gefühlschaos beim Schreiben. Im Refrain kündigt er mit „Esta es la ultima carta que te escribo“ („Das ist der letzte Brief, den ich dir schreibe“) seinen Abschied an. Erst schwört er noch „Por siempre te amaré“ („Für immer werde ich dich lieben“), doch je länger er über die Abfuhr nachdenkt, desto mehr kippt die Stimmung in pure Wut. Er warnt sie davor, dass sie es bereuen wird, und am Ende zieht er einen eiskalten Schlussstrich: „Ya no te quiero […] Ya se acabo“ („Ich liebe dich nicht mehr […] Es ist vorbei“). Pack dein Vokabelheft aus, denn dieser Abschiedsbrief steckt voller nützlicher spanischer Ausdrücke für verletzten Stolz und echtes Beziehungsdrama!