Guerriera bedeutet 'Kriegerin'. Es ist ein starkes und bildhaftes Wort, das man nicht in jedem Lied findet.
Im Lied wird Coraline als "Guerriera dal cuore zelante" (Kriegerin mit eifrigem Herzen) beschrieben. Dieses Wort verleiht ihr eine besondere Stärke und Entschlossenheit, die im Kontrast zu ihrer Verletzlichkeit steht und sie zu einer faszinierenden Figur macht.
„CORALINE“ von Måneskin aus Italien erzählt in starken Bildern von einem jungen Mädchen, das viel zu viel Schmerz allein trägt. Coraline ist „bella come il sole“ [schön wie die Sonne] und zugleich eine „guerriera dal cuore zelante“ [Kriegerin mit einem eifrigen, leidenschaftlichen Herzen]. Sie nimmt den Schmerz anderer Menschen in sich auf, bis er zu ihrer eigenen Last wird. Besonders eindrucksvoll ist das Bild: „Coraline vuole il mare ma ha paura dell’acqua“ [Coraline will das Meer, aber sie hat Angst vor dem Wasser]. Das Meer steht hier als etwas, nach dem sie sich sehnt, das sie aber nicht betreten kann. Vielleicht ist dieses Meer sogar in ihr selbst, genauso wie der überflutete Fluss, auf dem eine kleine Barke treibt.
Die Stimme des Liedes möchte Coraline beschützen: „Sarò vessillo, scudo, o la tua spada d’argento“ [Ich werde dein Banner, dein Schild oder dein silbernes Schwert sein]. Sie verlangt dafür nichts außer einem Lächeln und etwas Zeit. Gleichzeitig beschreibt das Lied ihre Angst sehr direkt: Coraline weint, hat Angst und möchte verschwinden. Ein „mostro“ [Monster] hält sie in einem Käfig, während die Straße mit Minen bedeckt ist. Am Ende wird auch ihre Familie als Quelle des Schmerzes genannt: Sie hat „un padre che di padre ha niente“ [einen Vater, der nichts Väterliches an sich hat]. Das versprochene Schloss mit starken Mauern klingt deshalb weniger wie ein Märchenort als wie ein Versteck vor allem, was sie verletzen könnte. Der wiederholte Ruf „Dimmi le tue verità“ [Sag mir deine Wahrheiten] ist eine Bitte: Coraline soll endlich aussprechen, was in ihr vorgeht.