Embouteillage bedeutet auf Deutsch „Verkehrsstau“ oder „Stau“. Das Wort ist besonders interessant, weil es wörtlich mit „in Flaschen stecken“ zusammenhängt und im Lied die chaotische nächtliche Fahrt von Joe beschreibt.
Vanessa Paradis stellt uns Joe vor, einen Taxifahrer, dessen ganzes Leben in seinem Wagen stattfindet: „Joe, le taxi, c’est sa vie“ [Joe, der Taxifahrer, das ist sein Leben]. Er fährt nicht mit Limonade, sondern offenbar mit Rum im Kopf oder zumindest mit einer starken Vorliebe dafür: „Il marche pas au soda“ [Er läuft nicht mit Limonade]. Sein gelbes Saxofon kennt „toutes les rues par cœur“ [alle Straßen auswendig], dazu die kleinen Bars, dunklen Ecken, die Seine und ihre glänzenden Brücken. Das Taxi wird so zu einem kleinen Nachtclub auf Rädern. Aus den Lautsprechern kommen Rumba, alter Rock, Mambo und später Cha-Cha-Cha. „Embouteillage“ [Stau] passt dabei wunderbar: Selbst im Verkehr bleibt Joe in seinem eigenen Rhythmus.
Dann wird die nächtliche Fahrt immer fantasievoller. „Vas-y, fonce, dans la nuit vers l’Amazone“ [Los, fahr schnell, durch die Nacht zum Amazonas] klingt, als würde das Taxi aus Paris direkt in ein Abenteuer rasen. Die Namen Xavier Cugat und Yma Sumac verweisen auf Musik aus der lateinamerikanischen Klangwelt, während die Mariachis und der Cha-Cha-Cha den musikalischen Mix noch erweitern. Joe wirkt dadurch weniger wie ein gewöhnlicher Fahrer als wie eine geheimnisvolle Figur, die jede Straße, jede Bar und jeden Rhythmus kennt. Das wiederholte „Vas-y, Joe“ [Los, Joe] treibt ihn weiter, hinein in die Nacht.