Псевдобогами-коршунами ist ein sehr bildhaftes und einzigartiges Wort, das wörtlich „Pseudo-Götter-Geier“ bedeutet. Es ist eine zusammengesetzte Metapher, die man nicht oft in Liedern findet.
Im Lied warnt der Künstler davor, sich mit solchen „Pseudo-Göttern-Geiern“ einzulassen, die wie Geier über anderen kreisen, um sie auszunutzen. Es ist eine starke Kritik an falschen Autoritäten oder Menschen, die sich als wichtig aufspielen, aber in Wirklichkeit nur Schaden anrichten.
In „Розбуди Мене (Rozbudy Mene)“ von KALUSH aus der Ukraine mit Balsam bittet ein lyrisches Ich darum, endlich aus seiner inneren Starre aufzuwachen: „Розбуди мене, я дуже довго спав“ [Weck mich auf, ich habe sehr lange geschlafen]. Es denkt an unerledigte Dinge und an Zeit, die es sich selbst gestohlen hat, weil es glaubte, davon gäbe es noch unbegrenzt viel. Danach wird der Ton direkt und gesellschaftskritisch: Menschen verdienen Geld, indem sie Stimmung verkaufen oder anderen die Zeit rauben, und vieles von dem, was man hört, sei einfach erfunden oder nicht für „uns“ bestimmt. Besonders schön ist die Erinnerung daran, dass echter Wert nicht in Geld gemessen wird. „Мила“ bedeutet hier etwa „meine Liebe“ oder „Liebling“, also ruft das Ich eine nahestehende Person um Hilfe.
Über dem „verrauchten Feld“ geht die Sonne auf, während eine unsichtbare Kraft das Ich wieder hochhebt. Gleichzeitig fehlt ihm ohne diese Person die Luft, und es flüchtet sich in Bilder statt in die Wirklichkeit. Die Zeile „Ми провтикали минуле“ [Wir haben die Vergangenheit verpasst] benutzt mit „провтикали“ ein umgangssprachliches Wort für etwas, das man durch Unaufmerksamkeit oder eigenes Verschlafen vermasselt hat. Und der Satz über die „псевдобоги-коршуни“ [Pseudo-Götter, Milane] klingt absichtlich scharf: Diese scheinbar mächtigen Leute werden als Vögel beschrieben, die am Ende einfach „gemäht“ werden können. Der Refrain bleibt dann bei seiner dringenden Bitte: „Поки я є“ [Solange ich noch da bin]. Nicht irgendwann soll das Aufwachen passieren, sondern jetzt.