Мерехтить [merekh tyt] beschreibt ein flackerndes, schimmerndes oder kurz aufblitzendes Leuchten. Das Wort ist bildhaft und poetisch und kommt im Alltag deutlich seltener vor als einfache Verben wie „sehen“ oder „scheinen“.
Im Lied heißt es, dass in den Augen von Kindern die Angst мерехтить [merekh tyt], also unruhig und sichtbar aufleuchtet. Dadurch vermittelt das Wort gleichzeitig ein schönes Lichtbild und eine bedrückende emotionale Bedeutung.
„Changes“ verbindet ein eingängiges la la la mit Zeilen über Veränderung, die nicht bei der Welt beginnt, sondern bei den Menschen: „No, we can’t change the weather“ [Nein, wir können das Wetter nicht ändern], „But we can change our hearts“ [aber wir können unsere Herzen verändern]. Gemeinsam soll die Zeit angehalten oder zurückgedreht werden, bevor alles auseinanderbricht: „We’ll strike the clock together“ [Wir schlagen gemeinsam auf die Uhr]. Besonders stark ist das Bild, sich beim Fallen wieder aufzurichten und Blumen in die Erde zu pflanzen. Selbst inmitten von Flüchen, Bomben und zerbrochenen Plänen bleibt also etwas, das man mit den eigenen Händen tun kann.
Der ukrainische Teil macht diese Bilder konkreter und härter: Freiheit wirkt verlockend, doch Vertrauen in sie fehlt; Bomben fallen, und „ми всі плани наламали“ bedeutet sinngemäß: Unsere Pläne sind völlig schiefgegangen. Dann stehen dort die Steppe, die Verteidigung und Minen, die mit den Händen genommen werden, während man im Garten pflanzt. Das ist gleichzeitig absurd und erschreckend: Gartenarbeit und Gefahr liegen direkt nebeneinander. Im Refrain bittet die Stimme die „gods of good and evil“ [Götter des Guten und Bösen], ihre Forderungen zu hören, den Fluch zu brechen und den Faden durch eine Nadel zu führen, also eine schwierige Sache präzise zu schaffen. Die wiederholte Frage „Хто покаже нам шлях, що веде до бога?“ [Wer zeigt uns den Weg, der zu Gott führt?] wird sofort mit „Знову в дитячих очах мерехтить тривога“ [Wieder flackert Angst in den Augen der Kinder] beantwortet. Hoffnung, Freiheit und Liebe stehen hier nicht bequem nebeneinander, sondern müssen gegen Angst und Zerstörung verteidigt werden.