Angoisser bedeutet 'ängstigen' oder 'beunruhigen'. Es beschreibt ein Gefühl tiefer Besorgnis oder Angst, das über eine einfache Sorge hinausgeht und oft mit innerer Unruhe verbunden ist.
Im Lied singt Angèle: "Voilà je commence déjà à angoisser" (Ich fange schon an, mich zu ängstigen). Sie verwendet dieses Wort, um ihre wachsende Angst und den Druck zu beschreiben, der mit ihrem plötzlichen Ruhm einhergeht, und wie sie sich in dieser neuen, verwirrenden Realität fühlt.
In „Flou“ erzählt Angèle, eine Künstlerin aus Belgien, wie aus kleinen Auftritten in leeren Bars plötzlich ein Leben im Rampenlicht wird. Alles beginnt mit Instagram und einem „petit concert dans des bars vides“ [einem kleinen Konzert in leeren Bars]. Sogar ihre Babysitterin folgt ihr als Erste. Dann geht es sehr schnell: Freunde verändern sich, Türen öffnen sich, und der Eintritt in Partys wird einfacher. Der Satz „Tout le monde te trouve génial alors que t’as rien fait“ [Alle finden dich großartig, obwohl du nichts getan hast] klingt dabei herrlich direkt und zeigt ihren Zweifel an dieser plötzlichen Bewunderung.
Doch der Erfolg fühlt sich nicht sicher an. „Tout est devenu flou“ [Alles ist verschwommen] wird zum Refrain für ein Leben, in dem sie ihre Orientierung verliert und Angst vor dem nächsten Schritt hat. „Si ça se trouve“ bedeutet ungefähr „vielleicht“ oder „wer weiß“: Vielleicht hält alles nur ein paar Monate. Dazu kommen Panik und die Sorge, nicht mehr sie selbst zu sein. Besonders stark ist der Gegensatz zwischen dem Gefühl, „la reine du monde“ [die Königin der Welt] zu sein, und dem späteren „un peu seul au monde“ [ein bisschen allein auf der Welt]. Hinter den leichteren Partys und den Komplimenten steht also eine sehr klare Frage: Was bleibt von einem selbst, wenn plötzlich alle einen toll finden?