Egidą ist die Instrumentalform von „egida“, was „Ägide“ oder „Schutzherrschaft“ bedeutet. Es ist ein eher seltenes und poetisches Wort, das man nicht oft in Liedern findet.
Im Lied singt Sanah: „Byliśmy pod boską egidą“ (Wir waren unter göttlicher Ägide). Sie verwendet dieses Wort, um eine Zeit zu beschreiben, in der ihre Beziehung unter einem besonderen, fast schicksalhaften Schutz stand, was der Erinnerung an die vergangene Liebe eine tiefere, fast mythische Dimension verleiht.
In Sanahs „Było, Minęło“ geht es um die schmerzhafte Erkenntnis, dass eine verpasste Liebe unwiederbringlich verloren ist. Die Sängerin drückt ihre tiefe Enttäuschung aus, dass der Geliebte nie ein Zeichen gegeben oder ein Wort gesagt hat: „Nigdy nie dałeś znać, nie powiedziałeś słowa“ [Du hast nie ein Zeichen gegeben, kein Wort gesagt]. Sie stellt sich vor, wie es hätte sein können: „Mogłeś tu obok być i czule mnie całować“ [Du hättest hier sein können und mich zärtlich küssen].
Sanah nutzt starke, fast surreale Bilder, um die Absurdität und den Schmerz der Situation zu verdeutlichen. Sie singt von „Śnieg spadł w lipcu, nie w grudniu“ [Schnee fiel im Juli, nicht im Dezember] und „Północny mróz jest na południu“ [Nordfrost ist im Süden], was zeigt, wie sehr die Welt aus den Fugen geraten ist. Die Zeit ist vergangen, und alles hat sich verändert: „Mój głos to alt, już nie sopran“ [Meine Stimme ist Alt, nicht mehr Sopran]. Die Erinnerung an gemeinsame Orte wie „Nad morzem, stawem i pod lipą“ [Am Meer, am Teich und unter der Linde] bleibt, aber die Realität ist, dass „ciebie też już nie spotkam“ [ich dich auch nicht mehr treffen werde]. Es ist ein Lied über das Loslassen und die bittersüße Akzeptanz dessen, was war und nun vorbei ist.