Aguacero bezeichnet einen sehr starken, plötzlich einsetzenden Regenguss oder Wolkenbruch. Im Lied wird die Erinnerung an eine vergangene Liebe damit verglichen: Sie kommt mit voller Wucht zurück und fällt emotional ebenso überwältigend über ihn herein wie ein heftiger Regen.
Ein Duett über eine Erinnerung, die einfach nicht weggeht. Ricky Martin vergleicht sie gleich am Anfang mit einem Unwetter: "Tu recuerdo sigue aquí / Como un aguacero" [Deine Erinnerung ist immer noch hier / Wie ein Platzregen]. Der Regen ist allerdings ein seltsamer, denn er "Quema y moja por igual" [brennt und durchnässt gleichermaßen]. Er selbst ist gegangen, "Que yo me fui, eso está claro" [Dass ich gegangen bin, das ist klar], und trotzdem weiß er nicht, ob ihm das Erinnern "me hace bien o me hace mal" [guttut oder schadet].
Dann antwortet Chambao, und ihre Strophe ist der beste Teil des Liedes. Sie sagt ganz nüchtern "Sé que te tengo que olvidar" [Ich weiß, dass ich dich vergessen muss] und gibt im nächsten Atemzug zu, dass sie "le puse una velita a todos mis santos" [all meinen Heiligen ein Kerzchen angezündet] hat, damit er möglichst oft an sie denkt. Vernunft und kleiner Liebeszauber in derselben Strophe. Am Ende einigen sich beide darauf, dass so eine Erinnerung "antídoto y veneno al corazón" [Gegengift und Gift fürs Herz] ist.