Vudú bedeutet auf Deutsch „Voodoo“ und bezeichnet eine religiöse Tradition, die oft mit Magie und geheimnisvollen Ritualen verbunden wird. Im Lied wird die Frau als „la diosa del vudú“ beschrieben, also als eine geheimnisvolle, beinahe übernatürliche Verführerin, der man nur schwer widerstehen kann.
Ricky Martins „Livin’ La Vida Loca“ erzählt von einer Frau, die wie eine gefährliche Nachtgestalt wirkt: „La reina de la noche“ [die Königin der Nacht] und „La diosa del vudú“ [die Voodoo-Göttin]. Sie verführt ihr Gegenüber mit einem „baile demencial“ [wahnsinnigen Tanz], küsst ihn, zieht ihn aus und lässt ihn nicht mehr los. Die Bilder sind bewusst übertrieben: Spinnennetz, Drachenkralle und Hölle machen aus ihr eine Mischung aus Versuchung und Monster. Der Mann weiß, dass sie ihm schaden könnte, lässt sich aber trotzdem „arrastrar“ [mitreißen].
Dann wird die Geschichte noch dreister: In New York City stiehlt sie ihm in einem Hotel die Brieftasche und sogar seine Haut, also praktisch alles von ihm. Er trinkt nicht aus ihrem Glas, weil ihr Kuss „con narcótico sabor“ [einen narkotischen Geschmack] hat. „Vive la vida loca“ bedeutet wörtlich „Lebe das verrückte Leben“ und klingt hier zugleich wie Einladung und Warnung. Wer diese Frau berührt, dem wird es wehtun. Genau darin liegt der Spaß des Liedes: Die gefährliche Verführerin bekommt ihren eigenen Rhythmus, und der Mann weiß ganz genau, dass er in Schwierigkeiten steckt, geht aber trotzdem mit.