Exceso de equipaje bedeutet wörtlich „Übergepäck“, also Gepäck, das über das erlaubte Gewicht hinausgeht. Im Lied wird der Ausdruck metaphorisch verwendet: Die Beziehung fühlt sich für die andere Person wie eine zusätzliche Last auf einem langen Lebensweg an. Gerade diese ungewöhnliche Bildsprache macht die Wendung besonders einprägsam.
In „Nada“ singt Ricky Martin, ein Künstler aus Puerto Rico, über das Ende einer Beziehung und über den schmerzhaften Moment, in dem man merkt: Für den anderen hat man seinen Platz verloren. Früher war die angesprochene Person für ihn „ese color que pintan todos tus paisajes“ [diese Farbe, mit der all deine Landschaften gemalt werden]. Jetzt fühlt er sich wie „sólo exceso de equipaje“ [nur noch überflüssiges Gepäck]. Auch seine Stimme bringt dem anderen nicht mehr den früheren Frieden, und aus einem Motor, der ihn einst führte, ist „nada“ [nichts] geworden. Diese Bilder sind ziemlich direkt und ein bisschen brutal, gerade weil sie zeigen, wie sich Liebe in Bedeutungslosigkeit verwandeln kann.
Trotzdem bereut er seine Liebe nicht: „Te quise tanto que me equivoqué“ [Ich habe dich so sehr geliebt, dass ich mich geirrt habe]. Das spanische „pasar la página“ [die Seite umblättern] bedeutet hier, eine Beziehung hinter sich zu lassen. Er weiß noch nicht, wie das geht, und nimmt sich deshalb vor, „cerrar el libro de una vez“ [das Buch ein für alle Mal zu schließen]. Besonders stark ist sein Entschluss, nicht nach einer Rückkehr zu fragen: Selbst „Sin ti no soy capaz“ [Ohne dich schaffe ich es nicht] könnte wie eine Drohung oder ein emotionaler Druck wirken. Also bittet er nicht um falsche Hoffnung. Lieber soll der andere „nada“ [nichts] sagen.