Cattiveria bedeutet 'Bosheit' oder 'Böswilligkeit'. Es ist ein starkes Wort, das nicht alltäglich ist und eine tiefere Bedeutung hat als nur 'schlecht' zu sein.
Im Lied singt Mahmood: "Togliamoci lo stress per la cattiveria che regaliamo" (Lasst uns den Stress wegen der Bosheit, die wir verschenken, ablegen). Er verwendet es, um die negativen Energien und das Urteilen zu beschreiben, die Menschen oft unbewusst verbreiten, und ruft dazu auf, diese abzulegen, um ein leichteres Leben zu führen.
In „Milano Good Vibes“ von Mahmood, einem Künstler aus Italien, prallen zwei Orte aufeinander: ein kubanischer Strand als Wunschbild und Mailand als „bellissimo deserto“ [„wunderschöne Wüste“]. Der Erzähler träumt davon, am Strand glücklicher und weniger gefühllos zu sein, während in Mailand Wochenenden und Entfernung zur Gewohnheit werden. Besonders stark ist die Zeile „Se confondi l’aspirina con la felicità“ [„Wenn du Aspirin mit Glück verwechselst“]: Eine Tablette kann den Schmerz dämpfen, aber sie macht nicht automatisch glücklich. „Good vibes“ bedeutet hier also nicht bloß gute Laune, sondern den Versuch, sich aus Stress, Leere und schlechtem Gewissen herauszuholen. „Havana“ steht im Text für Zigarren oder Rauch und passt zur Strandfantasie, nicht für eine genau erklärte Reisegeschichte.
Gleichzeitig schaut der Erzähler ständig in den Spiegel, „con lo sguardo di un samurai“ [„mit dem Blick eines Samurai“]. Das klingt konzentriert und kämpferisch, doch die nächste Zeile ist herrlich direkt: „Sentirsi uno schifo non ha senso“ [„Sich beschissen zu fühlen ergibt keinen Sinn“], besonders wenn am Ende immer die Eltern bezahlen. Später kritisiert er die eigene Härte: „Giudicare il prossimo non ti rende un saggio“ [„Andere zu beurteilen macht dich nicht weise“]. Der Song fordert deshalb weniger Stolz, Loyalitäts-Gerede und Bosheit und mehr innere Ruhe. Am Schluss will er die zurückgelassenen Dinge mit einem „goodbye“ wieder an sich nehmen und nur noch „un po’ di sale e le mie good vibes“ [„ein bisschen Salz und meine guten Vibes“] behalten. Ein bisschen absurd, ein bisschen frech und gerade deshalb sehr menschlich.