Zingari bedeutet wörtlich „Zigeuner“ oder „fahrendes Volk“. Es ist ein Wort, das man nicht oft in modernen Popsongs hört und daher besonders auffällt.
Im Kontext des Liedes „Barrio“ von Mahmood wird es in einer metaphorischen und poetischen Weise verwendet: „Zingari come diamanti / Tra gang latine“ (Zigeuner wie Diamanten / Zwischen lateinamerikanischen Gangs). Diese Zeile erzeugt ein starkes Bild von Menschen, die trotz schwieriger Umstände oder einer rauen Umgebung glänzen und widerstandsfähig sind, ähnlich wie Diamanten, die unter Druck entstehen. Es verleiht dem Lied eine tiefere, fast rebellische Note.
Hast du schon mal versucht, mit jemandem klarzukommen, der so eifersüchtig ist, dass eine Bergbesteigung einfacher wäre? Genau das singt der italienische Musiker Mahmood in „Barrio“: „Se devo scalare la tua gelosia / Preferirei una piramide“ („Wenn ich deine Eifersucht erklimmen muss, wäre mir eine Pyramide lieber“). Ein ziemlich trockener Spruch mitten in einem Trennungsdrama! Statt ewig um jemanden zu kämpfen, der gemein sagt „Vattene via / Che non mi importa più di te“ („Hau ab, du bist mir egal“), zieht Mahmood lieber die Reißleine. Um den Kopf freizubekommen, schluckt er Schmerzmittel mit Wasser („Bevevo acqua con Oki / Soltanto per calmarmi“ – Oki ist ein in Italien extrem verbreitetes Schmerzmittel) und zockt Videospiele, statt vor die Tür zu gehen.
Aber die eigentliche Hauptrolle spielt das Viertel selbst: das spanische Wort „Barrio“ steht für den Kiez oder die Vorstadt. Die andere Person behauptet zwar herablassend, seine Gegend passe nicht zu ihr („Dici: 'Non fa per te'“), taucht dann aber nachts trotzdem auf, um mit ihm zu tanzen. Zwischen Bildern von Elefanten im Porzellanladen („Leggeri come elefanti / In mezzo a dei cristalli“) und dem Untergang von Karthago („Poi cadiamo giù come Cartagine“) bleibt am Ende nur der Beat der Straße: „Tanto suona sempre il barrio“ – die Musik im Viertel läuft sowieso immer weiter, ganz egal, wie chaotisch die Liebe gerade ist.