Me rehúso bedeutet „ich weigere mich“ oder „ich lehne es ab“. Das Verb rehusarse drückt eine bewusste, entschlossene Weigerung aus und ist interessanter als das alltägliche no quiero.
Im Lied sagt der Sänger: „Me rehúso a borrar los recuerdos que tengo contigo“, also: „Ich weigere mich, die Erinnerungen zu löschen, die ich mit dir habe.“ Dadurch vermittelt die Formulierung seine starke emotionale Verbundenheit und dass er die gemeinsame Vergangenheit nicht loslassen will.
In „OJITOS ROJOS“ sprechen Grupo Frontera und Ke Personajes aus der Sicht eines verlassenen Menschen, der die Trennung einfach nicht akzeptieren kann. Gleich am Anfang warnt er: „Aquí un soldado caído“ [Hier ist ein gefallener Soldat]. Das ist kein echter Soldat, sondern ein Bild für jemanden, der im Liebeskummer am Boden liegt. Er hat nur noch „pocos latidos“ [wenige Herzschläge] und fühlt sich, als würde er ohne die andere Person sterben. Besonders direkt ist seine Bitte: „Dime que también lloran tus ojitos“ [Sag mir, dass auch deine Äuglein weinen]. Die „roten Äuglein“ aus dem Titel kommen also vom Weinen. Er will wissen, ob die Ex-Partnerin trotz einer neuen Beziehung noch an ihn denkt.
Sein Handy wird zum kleinen Museum der alten Liebe: „En el cel no me queda un espacio“ [Auf meinem Handy ist kein Platz mehr] und „no borro tus fotos“ [ich lösche deine Fotos nicht]. „Cel“ ist die umgangssprachliche Kurzform für Handy. Sogar der Kontakt ist noch mit einem Herz und einem gemeinsamen Foto gespeichert, damit er sie erkennt, wenn sie wieder anruft. Er glaubt fest daran, dass sie zurückkommen wird, obwohl sie ihm sagt, dass es nicht so ist. Diese Hoffnung ist süß, aber auch ein bisschen viel: Er weigert sich, die Erinnerungen loszulassen, und stellt sich vor, dass beide die Zeit zurückdrehen können. Genau darin liegt der Reiz des Liedes: ein gebrochenes Herz, ein voller Handyspeicher und die hartnäckige Überzeugung, dass diese Liebesgeschichte noch nicht vorbei ist.