Palomerías ist ein umgangssprachlicher Ausdruck aus der karibischen spanischen Musik und bezeichnet großspuriges Gerede, Angeberei oder leere Versprechen. In der Zeile „Sin palomerías“ erklärt der Sänger, dass er keine Ausreden oder Prahlerei braucht, sondern direkt zur Sache kommt. Dadurch ist das Wort ungewöhnlich, kulturell interessant und besonders einprägsam.
In „Volví“ treffen die Bachata-Pioniere Aventura aus der Dominikanischen Republik auf Megastar Bad Bunny, und die beiden nehmen wirklich kein Blatt vor den Mund. Das Thema ist pure, unverblümte Eifersucht gepaart mit einem riesigen Ego: Der Erzähler taucht plötzlich wieder im Leben seiner Ex auf, obwohl sie längst einen neuen Partner hat. Er redet den neuen Freund völlig nieder und nennt ihn abfällig einen bobo (Trottel) oder palomo (dominikanischer Slang für einen naiven Schwächling oder Versager). Für Romeo Santos und Bad Bunny gibt es keinen Zweifel daran, wer das Original bleibt: „Yo soy ese tatuaje, mami, que no se te borra“ (Ich bin dieses Tattoo, Mami, das man nicht wegwischen kann).
Musikalisch verschmelzen hier klassischer Gitarren-Bachata und derbe Reggaeton-Direktheit. Bad Bunny vergleicht seine Qualitäten sogar sportlich mit dem dominikanischen Baseball-Profi Fernando Tatís Jr.: „te la saco como lo hace Tatís“ (bedeutet wörtlich „ich schlage ihn raus wie Tatís“, gemeint wie ein gewaltiger Home-Run). Der Song strotzt vor protzigen Ansagen wie „Con él ni sudas, no hace falta ni que tú te bañes“ (Mit ihm schwitzt du nicht einmal, du musst danach nicht mal duschen) und stellt klar, dass Geld gegen echte Leidenschaft keine Chance hat. Es ist ein extrem selbstbewusster, fast schon dreister Aufruf an die Frau, den Neuen sofort abzuservieren, weil die alte Flamme zurück ist.