Fulano ist ein umgangssprachliches Wort für „dieser Typ“ oder „irgendein Kerl“, wenn man den Namen einer Person nicht nennt oder sie bewusst abwertet. Im Song bezeichnet der Sänger damit den Mann, der ihm seine frühere Partnerin „weggeschnappt“ hat, obwohl dieser am Ende den Preis gewinnt und er selbst el perdedor, der Verlierer, ist.
Aventura, die Gruppe aus der Dominikanischen Republik, erzählt hier von einem Mann, der erst nach der Trennung begreift, was er verloren hat. Das Sprichwort „No se sabe lo que se tiene hasta que se pierde“ [Man weiß nicht, was man hat, bis man es verliert] bringt seine Lage sofort auf den Punkt. Er hatte gesehen, dass die Frau weinte und sich langweilte, hörte ihr aber nicht wirklich zu. Ein anderer Mann verstand sie besser und eroberte sie. Besonders bitter ist die Einsicht: „No se tapan los defectos con pretextos“ [Mängel lassen sich nicht mit Ausreden verdecken]. Der Sänger schiebt die Schuld also nicht nur auf den neuen Partner, sondern erkennt, dass er selbst versagt hat.
Trotzdem macht er den Rivalen zum Feind und bittet jemanden, ihm zu sagen: „Lo odio y lo detesto“ [Ich hasse und verabscheue ihn]. Er schläft nicht, weil er sich den anderen mit seiner Ex-Partnerin vorstellt, und gibt zu, dass ihm der Mut und die Reife fehlen, seine Niederlage anzunehmen. „A tu lado fui un chiquillo“ [An deiner Seite war ich ein kleiner Junge] bedeutet hier: Er war in der Beziehung unreif, während der andere Mann in seinen Augen mehr Männlichkeit zeigte. Das Bild vom „premio“ [Preis] und vom „perdedor“ [Verlierer] macht seine Eifersucht fast sportlich: Der andere hat gewonnen, doch der Sänger weiß, dass er selbst den entscheidenden Fehler gemacht hat. Gerade diese Mischung aus Selbstkritik, Neid und übertriebener Wut macht den Text so direkt und ein bisschen peinlich ehrlich.