Vis-à-vis bedeutet wörtlich „gegenüber“ oder „im Angesicht von“. Es ist ein französischer Ausdruck, der auch im Deutschen bekannt ist, aber hier in einem interessanten Kontext verwendet wird.
Im Lied singt ZAZ: „Je vis sans vis-à-vis“ (Ich lebe ohne vis-à-vis). Sie nutzt es, um auszudrücken, dass sie ihr Leben ohne die Notwendigkeit lebt, sich ständig mit anderen zu vergleichen oder sich von deren Meinungen beeinflussen zu lassen. Es steht für Unabhängigkeit und Authentizität.
In „Comme Ci, Comme Ça“ wehrt sich ZAZ gegen den Druck, jemand anderes werden zu sollen. Gleich am Anfang sagt sie: „On veut faire de moi ce que je ne suis pas“ [Man will aus mir jemanden machen, der ich nicht bin]. Ihre Antwort ist klar und ziemlich frech: „Je choisis d'être moi tout simplement“ [Ich entscheide mich einfach dafür, ich selbst zu sein]. Der Titel bedeutet ungefähr „so und so“ oder „auf diese und jene Art“ und wird hier zu einer selbstbewussten Haltung: „Je suis comme ci et ça me va“ [Ich bin eben so, und das ist für mich in Ordnung]. Niemand soll ihr ihre Freiheit nehmen oder sie von ihrem eigenen Weg abbringen.
Besonders schön ist der Rat an die Zuhörer: „Écoute-la, cette petite voix“ [Hör auf diese kleine Stimme]. Gemeint ist die innere Stimme, die den eigenen Weg weist und vor den „rêves des autres“ [Träumen der anderen] schützt, die man ihr aufzwingen möchte. Das Lied sagt also nicht, dass alles immer leicht ist. Es sagt: Hör auf deine eigene Melodie, glaube an deine Hände und erschaffe, was dir guttut. „Sans interdit“ [ohne Verbote] und „sans peur“ [ohne Angst] klingt dabei wie ein fröhlicher, entschlossener Schwur, nicht wie eine Bitte um Erlaubnis.