Arrese bedeutet 'Kapitulationen' oder 'Aufgeben'. Es ist ein eher seltenes Wort, das nicht alltäglich ist und eine gewisse Dramatik mit sich bringt.
Im Lied wird es in den Zeilen "Di colpi bassi e di arrese" (Von Tiefschlägen und Kapitulationen) und "Di vincitore e di arrese" (Von Siegern und Kapitulationen) verwendet. Es beschreibt die Höhen und Tiefen des Lebens, die Momente des Aufgebens und des Wiederaufstehens, was dem Lied eine tiefere, philosophische Ebene verleiht.
„In Tempo“ von Marco Mengoni ist eine wunderschöne Reflexion über die kleinen und großen Momente, die unser Leben ausmachen. Er singt darüber, wie wir aus „Worten und Stille“ („Si vive di parole e silenzi“) leben, aus „scheinbaren Gelegenheiten“ („Di occasioni apparenti“) und sogar aus „Dunkelheit und gedämpften Lampen in alten Wohnungen“ („Buio e lampade soffuse in vecchi appartamenti“). Es ist eine Liste von sehr spezifischen Bildern: überfüllte Bahnhöfe, gestohlene Zärtlichkeiten auf Raten gekauften Sofas und der Wunsch, „woanders hinzugehen und alte Straßen mit neuen Schuhen zu gehen“ („Voglia di andarsene altrove E camminare vecchie strade con le scarpe nuove“).
Aber dann kommt der Wendepunkt: „Aber jetzt kommt ein so lebhafter Traum, um mich rechtzeitig zu wecken“ („Ma viene adesso a risvegliarmi in tempo Un sogno così vivido“). Dieser Traum ist wie ein Doppelgänger von ihm selbst, „ein freier Gefangener“ („Un prigioniero libero“). Es ist, als ob er sich selbst in einem Spiegel sieht, aber seine Stimme nicht existiert, wenn er schreit. Der Song endet mit der Idee, einfach davonzugehen, „ohne ein Geräusch zu machen“ („Senza fare rumore“) und sich absichtlich zu verirren. Es ist eine faszinierende Mischung aus alltäglichen Beobachtungen und einem fast surrealen Gefühl des Erwachens und der Freiheit.