Velorio bedeutet "Totenwache" oder "Leichenschmaus". Es ist ein eher ungewöhnliches Wort in einem Popsong, was es besonders einprägsam macht.
Maluma verwendet es hier metaphorisch, um das Ende einer Beziehung zu beschreiben. Er singt: "Pero le estás dando a esto un velorio" (Aber du machst daraus eine Totenwache), was bedeutet, dass die Beziehung bereits tot ist und betrauert wird, obwohl er sie eigentlich heiraten wollte. Diese dramatische Metapher verleiht dem Lied eine besondere Tiefe.
In „Sobrio“ ruft Maluma, ein Künstler aus Kolumbien, seine frühere Partnerin mitten in der Nacht an, weil er betrunken endlich aussprechen kann, was er nüchtern verschweigt. Gleich am Anfang sagt er: „Quiero aprovechar / Ya que estoy tomado“ [Ich will die Gelegenheit nutzen, jetzt, da ich betrunken bin]. Er hat ihre Online-Anzeige gesehen und möchte wissen, ob sie noch „seine Kleine“ ist. Das klingt gleichzeitig zärtlich und ziemlich unvernünftig, denn er weiß selbst: Es ist keine passende Uhrzeit für diesen Anruf.
Der Titel „Sobrio“ bedeutet „nüchtern“. Die zentrale Zeile lautet: „Ya que sobrio no me da“ [Denn nüchtern schaffe ich es nicht]. Erst der Alkohol nimmt ihm den Stolz und die Angst vor einem offenen Gespräch. Er bittet um Verzeihung, fragt, wie es ihr geht und ob sie ihn noch liebt. Besonders direkt wird es, als er sagt, er habe sie eigentlich heiraten wollen, während sie der Beziehung bereits „ein Begräbnis“ gibt. Der Ausdruck „pa’“ ist die umgangssprachliche Kurzform von „para“, also „um zu“ oder „für“, und „trago“ meint hier einen Drink oder Alkohol. So wird der Song zu einem nächtlichen Entschuldigungsanruf: Er trinkt angeblich, um sie zu vergessen, denkt aber betrunken nur noch stärker an sie.