Effeuillent bedeutet wörtlich „entblättern“ oder „die Blätter abstreifen“ und ist eine ungewöhnliche, poetische Verbform von effeuiller.
Im Lied heißt es, dass die Morgen „die Träume entblättern“: Sie lösen Schicht für Schicht die Träume der Menschen ab und machen sie sichtbar. Dieses bildhafte Wort verleiht dem Lied eine besonders märchenhafte und einprägsame Stimmung.
„L’oiseau et l’enfant“ verbindet zwei Blickwinkel: den freien Vogel und das staunende Kind. Ein Kind mit „yeux de lumière“ [Augen voller Licht] sieht die Vögel in der Ferne, während ein blauer Vogel über die Erde fliegt. Dazu kommen ein Boot auf den Wellen, weißer Sand und ein Lied, das aus dem Meer zu entstehen scheint. Die Welt wird hier nicht nüchtern beschrieben, sondern als etwas, das man mit offenen Augen neu entdecken kann: „Vois comme le monde est beau“ [Sieh, wie schön die Welt ist].
Später wird der Ton ernster. „Noire la misère, les hommes et la guerre“ [Schwarz sind das Elend, die Menschen und der Krieg] stellt dunkle Bilder gegen die Hoffnung auf Liebe. Diese Liebe kennt laut dem Lied keine Grenzen, wenn Menschen ein „coeur d’enfant“ [Kinderherz] bewahren. Besonders schön ist die direkte Verbindung: „L’amour c’est toi, l’amour c’est moi“ [Die Liebe bist du, die Liebe bin ich], „L’oiseau c’est toi, l’enfant c’est moi“ [Der Vogel bist du, das Kind bin ich]. So wird aus dem Vogel ein Bild für Freiheit und aus dem Kind ein Bild für Staunen, Vertrauen und die Möglichkeit, eine liebevollere Welt zu finden.