Glasögonormen bedeutet wörtlich „Brillenschlange“ und ist ein ungewöhnliches schwedisches zusammengesetztes Wort. Im Lied bezeichnet es wahrscheinlich spöttisch einen Brillenträger oder Streber, der als Außenseiter wahrgenommen wird, und passt damit zur düsteren Welt der „Töntarna“.
„Töntarna“ erzählt in kurzen, scharfen Bildern von Ausgrenzung, Loyalität und aufgestauter Rache. Das schwedische Wort „tönt“ bezeichnet hier einen uncoolen Außenseiter oder Streber, „töntarna“ also die Tölpel oder Nerds. Gleich am Anfang klingt die Forderung brutal: „Så häng dem högt“ [Dann hängt sie hoch auf]. Die Wiederholung von „Häng dem högt“ [Hängt sie hoch auf] wirkt wie ein Schwur. Gleichzeitig spricht das lyrische Ich seine „lilla syster“ [kleine Schwester] an und bittet sie, sich hinzulegen und zu schlafen: „bida din tid“ [warte deine Zeit ab]. Sie beide wissen offenbar, dass noch etwas geschehen muss, und das Ich glaubt fest an ihren Plan.
Besonders stark ist die Szene auf den Partys. Die Schwester weint vor den Gästen und „föll isär“ [fiel auseinander], während das Ich nicht eingeladen war und sie danach „bit för bit“ [Stück für Stück] wieder aufbaute. Aus dieser Einsamkeit wird Gewohnheit: „Man vänjer sig snabbt“ [Man gewöhnt sich schnell daran]. Der Ausdruck „glasögonormen“ [Brillenwurm] ist eine spöttische Bezeichnung für einen Brillenträger und passt zum Außenseiterbild des Liedes. Trotzdem fährt diese Figur die Schwester bedingungslos nach Hause, während sie sich auf dem Fahrrad festhält. Dann landet sie hart und das Ich sagt, sie sei vielleicht schon immer krank gewesen. Das Lied bleibt absichtlich bruchstückhaft. Gerade deshalb treffen die Gegensätze so hart aufeinander: Fürsorge und Rache, kindliche Anrede und die erschreckend direkte Forderung, jemanden aufzuhängen.