Escuridão bedeutet wörtlich „Dunkelheit“ und klingt im Portugiesischen besonders poetisch und geheimnisvoll. Im Song umarmt Jão die Dunkelheit, die für seine Ängste und inneren „Monster“ steht, und bezeichnet sie sogar als sein Zuhause. Dadurch bekommt das Wort eine tiefere, bildhafte Bedeutung.
In „Monstros“ spricht Jão über Ängste, Einsamkeit und den schwierigen Weg, den eigenen Platz zu finden. Gleich am Anfang sitzt ihm die Angst im Hals: „Sinto um nó na minha garganta“ [Ich spüre einen Kloß in meinem Hals], und seine Stimme zittert. Die Monster unter dem Bett halten ihn vom Schlafen ab, doch diese Monster sind hier mehr als Kinderängste. Sie stehen für alles, was ihn seit seiner Kindheit verfolgt. Besonders stark ist der Gegensatz: Er wollte immer frei sein, aber „ser livre me fez só“ [frei zu sein hat mich einsam gemacht]. Freiheit klingt also nicht bequem, sondern wie etwas, das einen Preis hat.
Dann verändert sich das Bild. Aus dem verängstigten Kind wird jemand, der „com meus lobos“ [mit meinen Wölfen] rennt und um ein Feuer tanzt. Er umarmt sogar die Dunkelheit, die für ihn zu einem Zuhause geworden ist, und blickt seinen Monstern direkt in die Augen. Andere hielten ihn für verrückt, weil er mehr vom Leben wollte. Trotzdem geht er weiter und will beweisen, was niemand von „desse menino do interior“ [diesem Jungen aus dem Landesinneren] erwartet hat. Am Ende denkt er an das Kind zurück, das noch nicht versteht, warum es wehtun muss. Die Antwort ist schlicht und hart: Dieser Schmerz gehört zu dem Menschen, zu dem es werden wird.