Pustkowiu ist die Lokativform von pustkowie, was "Ödland" oder "Wildnis" bedeutet. Es ist ein eher seltenes und bildhaftes Wort, das eine starke Atmosphäre schafft.
Im Lied singt Dawid Podsiadło: "Na tym pustkowiu mieszka śmierć" (Auf diesem Ödland wohnt der Tod). Es vermittelt ein Gefühl von Isolation, Leere und Verlassenheit, was perfekt zur melancholischen Stimmung des Songs passt und die innere Zerrissenheit des Sängers widerspiegelt.
In „Nieznajomy“ (auf Deutsch: „Fremder“) spricht der Sänger eine unbekannte Gestalt an. Er fragt: „Czy zdążę jeszcze wrócić?“ [Schaffe ich es noch zurückzukehren?] Doch die Wege sind längst von der Zeit zugeschüttet. Draußen herrscht „cisza najcichsza“ [die leiseste Stille], eine bedrückende Ruhe vor einem Sturm, der sogar das Dach abreißen könnte. Der Fremde bleibt stumm, während Grau in Schwarz übergeht. Die Szene wirkt wie ein Traum, ein verlassenes Niemandsland, in dem der Erzähler nicht weiß, ob er mit jemand anderem oder mit einer späteren Version seiner selbst spricht. Besonders spannend ist die direkte Frage: „Czy to za kilka lat?“ [Bist du das in ein paar Jahren?]
Dann bricht alles buchstäblich und innerlich zusammen: Wände stürzen ein, Scheiben zerbrechen, und der Erzähler fällt durch die Fehler seiner vergangenen Jahre. Er sieht enttäuschte Gesichter und spricht ungewöhnlich offen über sich: Er hat mehr gelogen, als er zugeben möchte, und ist deshalb heute ganz allein. Die Zeile „Pozornie szczery“ [scheinbar ehrlich] zeigt, dass sein Problem nicht nur die Lüge ist, sondern auch ein falsches Bild von Aufrichtigkeit. Am Ende sagt er „Żegnaj, nieznajomy“ [Leb wohl, Fremder] und will keine Ratschläge mehr. Das klingt nicht nach einer sauberen Lösung, sondern nach einem erschöpften Abbruch des Gesprächs mit jemandem, der vielleicht sein eigenes Gewissen oder sein zukünftiges Ich ist.