Apostar bedeutet wörtlich „wetten“, kann hier aber auch heißen, alles auf eine Chance zu setzen und ein Risiko einzugehen. Im Lied geht es darum, trotz Zweifel und Kritik für den eigenen Traum zu kämpfen und alles auf die eigene Zukunft zu setzen.
Kennst du diesen Moment, wenn alle um dich herum besser wissen wollen, was du kannst und was nicht? Genau da setzt die mexikanische Musikerin Carla Morrison mit „Soñar“ an. Der Song ist eine direkte Ansage an alle Zweifler. Morrison singt von einer klaren Mission: Sie hat einen Traum und will ihn greifen, egal wer ihr sagt, dass es unmöglich ist („Aunque dicen no puedo, quiero ver / Yo quiero intentar“ [Obwohl sie sagen, ich kann es nicht, will ich sehen / ich will es versuchen]). Die Motivation holt sie sich von ihrer Mutter, die ihr mit auf den Weg gegeben hat: „Las alas, te di yo / Para que pudieras volar“ (Die Flügel habe ich dir gegeben, damit du fliegen kannst). Ein schönes Bild dafür, dass man das Rüstzeug zum Abheben schon längst in sich trägt.
Besonders stark wird der Text, wenn es um das Gerede der Leute geht. Morrison zählt gnadenlos auf, woran sich andere stören: Kleidung, Haltung, Herkunft oder Identität („Que lo que visto y cómo enfrento / Que mi bandera o mi verdad“ [Was ich anziehe und wie ich den Dingen begegne / Was meine Flagge oder meine Wahrheit ist]). Manche wetten sogar schon auf ihr Scheitern („Que unos ya quieren apostar“ [Dass manche schon wetten wollen]). Ihre Antwort darauf ist herrlich trotzig: Sie hat zwar wenig Gepäck („tengo poco para llevar“), setzt aber alles auf eine Karte. Statt auf die Stimmen im Umfeld zu hören, will sie die störenden Echos löschen („Borrar los ecos que me dan“ [Die Echos löschen, die sie mir zuwerfen]) und einfach weiterkämpfen, bis sie ihr Ziel vor Augen hat.