Manteaux bedeutet wörtlich „Mäntel“. Es ist ein interessantes Wort, da es in diesem Lied metaphorisch verwendet wird und eine tiefere Bedeutung hat.
Carla Bruni singt, dass die Zeit aus unseren Sorgen „Mäntel“ macht („Que de nos chagrins il s'en fait des manteaux“). Dies deutet darauf hin, dass die Zeit unsere Traurigkeit nicht einfach verschwinden lässt, sondern sie in etwas verwandelt, das uns umhüllt oder begleitet, wie ein Mantel. Es ist eine poetische Art, über die Verarbeitung von Emotionen zu sprechen.
Carla Brunis „Quelqu’un m’a dit“ kreist um eine Nachricht, an die man sich unbedingt klammern möchte: „Pourtant quelqu’un m’a dit / Que tu m’aimais encore“ [„Doch jemand hat mir gesagt, dass du mich noch liebst“]. Die erzählende Person weiß aber nicht, ob diese Hoffnung wirklich stimmt. Sie fragt: „Serait-ce possible alors?“ [„Wäre das dann möglich?“] Das klingt zugleich neugierig und misstrauisch. Besonders schön ist, dass die geheimnisvolle Quelle nur als Stimme aus einer späten Nacht zurückbleibt: „Je ne me souviens plus, c’était tard dans la nuit“ [„Ich erinnere mich nicht mehr, es war spät in der Nacht“]. Vielleicht war die Nachricht wichtig, vielleicht war die Person einfach zu müde oder zu aufgewühlt, um sich alles zu merken.
Dagegen stehen ziemlich harte Sätze über das Leben: Es vergehe „wie Rosen verwelken“, und „le temps ... est un salaud“ [„die Zeit ist ein Mistkerl“]. „Salaud“ ist ein umgangssprachliches, beleidigendes Wort. Das Bild, die Zeit mache sich aus unseren Sorgen Mäntel, klingt fast märchenhaft: Sie sammelt unseren Kummer und trägt ihn davon. Auch das Schicksal wird als jemand beschrieben, der viel verspricht und wenig gibt. Trotzdem reicht ein einziges Gerücht, um die Hoffnung wieder anzuschieben. Genau darin liegt der Reiz des Liedes: Zwischen Vergänglichkeit und einer vielleicht völlig unsicheren Liebesbotschaft bleibt die Frage offen, ob diese Liebe wirklich noch da ist.