Prouesse bedeutet 'Meisterleistung' oder 'Heldentat'. Es ist ein eher seltenes und poetisches Wort, das man nicht oft in Alltagsliedern findet.
In diesem Lied von Carla Bruni wird es verwendet, um eine Sehnsucht nach Abenteuern und außergewöhnlichen Erlebnissen auszudrücken: "Affamés de prouesse, oui / Et d'infinis voyages" (Hungrig nach Heldentaten, ja / Und nach unendlichen Reisen). Es verleiht dem Wunsch, in die Nacht aufzubrechen, eine besondere, fast märchenhafte Qualität.
Hast du manchmal Lust, mitten in der Nacht einfach abzuhauen? Genau darum geht es in Partir Dans La Nuit von Carla Bruni. Mit ihrer typisch sanften Chanson-Stimme schlägt sie eine gemeinsame Flucht vor: « Si on partait dans la nuit » (Wenn wir in die Nacht aufbrechen würden). Sie will weg von allem Ballast, ganz ohne Vergangenheit oder alte Schmerzen (« sans nos présents, sans nos blessures »), direkt ans Meer, wo der Himmel klar ist. Das Ziel ist simpel: dem Alltag und der düsteren Welt entfliehen (« pour oublier la mort qui rôde » / um den lauernden Tod zu vergessen) und einfach Schutz in den Armen des anderen finden (« Juste dans tes bras »).
Besonders charmant ist das Bild, das sie für die beiden Liebenden wählt: Sie vergleicht sich und ihren Partner mit zwei seltsamen Raumfahrern (« Comme deux drôles d'astronautes »), die völlig berauscht voneinander ins Ungewisse starten. Dabei nutzt sie die schöne französische Redewendung « sans prendre gare », was so viel wie „ohne aufzupassen“ oder „ohne Rücksicht auf...“ bedeutet. Sie pfeifen auf Zweifel und Verzweiflung, spüren den Wind in den Haaren und lassen zu, dass dieses leise Verlangen ihr Leben komplett neu zeichnet (« Et qui redessine nos vies »). Ein wunderbar verträumtes Lied über die Sehnsucht nach Freiheit zu zweit.