Mordí ist die Vergangenheitsform von morder, was "beißen" bedeutet. Es ist ein interessantes Wort, da es in diesem Lied metaphorisch verwendet wird und nicht in jedem Lied vorkommt.
Im Lied singt Carin Leon "Ya me mordí uno" und "Ya me mordí el otro". Er benutzt "mordí" hier, um auszudrücken, dass er sich selbst zurückhält oder eine Entscheidung getroffen hat, die er nicht rückgängig machen wird. Es vermittelt ein Gefühl von Entschlossenheit und dem Ende einer Sache.
Carin Leon zieht in No Es Por Acá einen herrlich sturen Schlussstrich. Die mexikanische Redewendung »Ya me mordí uno / Ya me mordí el otro« (wörtlich: »Ich habe mir schon in den einen gebissen / jetzt beiße ich mir in den anderen«) ist ein derber Ausdruck dafür, dass man die Zähne zusammenbeißt und eine harte Entscheidung wirklich durchzieht. Er fragt direkt: »¿Dónde se las firmo?« (»Wo soll ich es unterschreiben?«), damit auch der Letzte kapiert, dass diese Beziehung vorbei ist. Kein Betteln, kein Hinterherlaufen: »En este perfil no rogamos« (»In diesem Profil betteln wir nicht«) – ein moderner Satz voller Stolz, der klarstellt, dass sein Wort gilt.
Der Refrain teilt dann richtig aus. Wer mit ihm spielt (»andar jugándole al que yo las puedo«, also »so zu tun, als hätte man immer die Oberhand«), muss mit den Konsequenzen leben. Jetzt bleibt der anderen Person nur noch die Erinnerung: »Se va a quedar con las ganas / De dormir en mi cama« (»Sie wird mit der Sehnsucht zurückbleiben, in meinem Bett zu schlafen«). Am Ende kommt noch ein ziemlich selbstbewusster Spruch hinterher: »No es por acá« (sinngemäß: »Nicht um anzugeben«), aber wer einmal bei ihm war, will angeblich immer mehr. Ein Song mit verletztem Stolz, jeder Menge Biss und null Raum für zweite Chancen.