Parure bezeichnet auf Französisch eine Verzierung, einen Schmuck oder ein dekoratives Accessoire. Im Lied meint „ce masque, rien qu’une parure“, dass die äußere Maske nur eine Zierde oder Fassade ist, hinter der sich die Sängerin versteckt. Das seltene, poetische Wort macht den Gegensatz zwischen äußerem Schein und innerem Gefühl besonders eindrucksvoll.
In „Personne D'autre Que Moi“ von Barbara Pravi geht es um die Rollen und Verkleidungen, hinter denen Menschen sich verstecken. Gleich am Anfang sind es Mäntel, die „un peu trop grands ou trop petits“ [ein bisschen zu groß oder zu klein] und „jamais très beaux“ [niemals besonders schön] sind. Man wickelt sich in sie ein, macht sich klein und fühlt sich dadurch sicher. Auch das Streben nach dem Neuen und Besonderen wird zu einer Art Maske. Sehr schön ist dabei das Bild, dass Kleidung und modische Dinge nicht unbedingt zeigen, wer man ist, sondern etwas verbergen können.
Die Sängerin zieht sich innerlich aus dieser Verkleidung zurück: „J’enlève tout“ [Ich ziehe alles aus]. Nackt herumzulaufen wäre für sie kein Problem, weil ihr Körper ein viel empfindlicheres Geheimnis schützt: „Un cœur si délicat“ [ein so zartes Herz]. Dieses Herz zeigt sich nur nachts, wenn niemand zusieht. „Mais jamais personne ne l’a vu, personne d’autre que moi“ [Doch niemand hat es je gesehen, niemand außer mir] ist eine sehr klare, fast trotzige Zeile. Der Text sagt damit nicht, dass sie keine Angst vor Verletzlichkeit kennt. Er sagt eher: Über ihr Äußeres können andere urteilen, aber ihr Innerstes gehört ihr. „Je m’en fous“ bedeutet umgangssprachlich „Das ist mir egal“ und klingt hier bewusst direkt, selbstbewusst und ein wenig frech.