Melena bedeutet wörtlich „Mähne“ und bezeichnet meist langes, volles Haar. Im Lied beschreibt Vicente Fernández damit das im Wind wehende Haar der geliebten Frau: „Te miré con tu melena al viento“. Das Wort klingt bildhaft und poetisch und ist im Spanischen deutlich ausdrucksstärker als das alltägliche pelo.
In „Estos Celos“ von Vicente Fernández sieht ein Mann eine frühere Geliebte wieder und bemerkt sofort jedes Detail: ihr Haar im Wind, ihren Blick und sogar den Leberfleck am Ausschnitt. Sie wirkt schön und zugleich unerreichbar, denn er stellt sich vor, dass sie zu einem anderen gehört: „Te imaginé ajena y me hizo mal“ [Ich stellte mir vor, dass du einem anderen gehörst, und das tat mir weh]. Besonders bitter ist seine späte Erkenntnis: „Contigo tenía todo y lo perdí“ [Mit dir hatte ich alles, und ich habe es verloren].
Der Refrain ist wunderbar direkt: „Estos celos me hacen daño, me enloquecen“ [Diese Eifersucht tut mir weh, sie macht mich verrückt]. Er kann sich ein Leben ohne sie nicht vorstellen und stirbt beinahe bei dem Gedanken, dass sie jemand anderen lieben wird. Als ihr eine Träne über das Gesicht läuft, keimt in ihm kurz Hoffnung auf, doch die Zeile „No, ya no hay amor“ [Nein, es gibt keine Liebe mehr] beendet diese Hoffnung sofort. Sein eigener Fehler und sein zu spätes Verstehen lassen ihn mit Eifersucht, Reue und dem Verlust der Beziehung zurück. Vicente Fernández singt diese Geschichte als mexikanischer Künstler mit einer großen, dramatischen Geste, aber der Kern bleibt erstaunlich klar: Er hatte die Liebe bereits in seinen Händen und erkennt ihren Wert erst, als sie weg ist.