S'abandonne bedeutet „sich hingeben“ oder „sich überlassen“. Es ist ein reflexives Verb, das eine tiefe emotionale oder physische Hingabe impliziert.
Im Lied singt Serge Gainsbourg: „Avec d'autres bien sûr, je m'abandonne“ (Mit anderen gebe ich mich natürlich hin). Hier drückt er aus, dass er sich zwar anderen Menschen hingibt, aber diese Beziehungen oberflächlich sind und ihm nicht das gleiche Gefühl geben wie die verlorene Liebe, die er besingt. Es ist ein Wort, das die Melancholie und die unerfüllte Sehnsucht des Sängers unterstreicht.
In diesem Lied hängt eine alte Liebe an einem ganz bestimmten Lied: „Cette chanson était la tienne“ [Dieses Lied war deins]. Gemeint ist „Les feuilles mortes“, ein Lied von Jacques Prévert und Joseph Kosma. Jedes Mal, wenn der Sänger an „Les feuilles mortes“ [Die toten Blätter] denkt, erinnert er sich an die frühere Person. Der Herbst wird dabei zum Auslöser für die Erinnerung: „Jour après jour, les amours mortes / N’en finissent pas de mourir“ [Tag für Tag hören die toten Lieben nicht auf zu sterben]. Das ist schön formuliert und zugleich ziemlich gemein, weil die vergangene Liebe offenbar immer wieder neu endet.
Der Sänger versucht zwar, sich mit anderen Menschen einzulassen, aber deren Lieder wirken auf ihn eintönig. Er sagt sogar, dass er allmählich gleichgültig wird, doch diese Gleichgültigkeit kommt nicht einfach. Mit dem Wechsel der Jahreszeiten hofft er, dass Préverts Lied aus seinem Gedächtnis verschwindet. Erst dann, so stellt er sich vor, werden seine „amours mortes“ [toten Lieben] wirklich zu Ende sein. Bis dahin genügt ein Lied, und die Vergangenheit ist wieder da.