Irrésolue bedeutet 'unentschlossen' oder 'ungelöst'. Es ist ein eher seltenes und poetisches Wort, das man nicht oft in Alltagsliedern findet.
Im Kontext dieses ikonischen Liedes wird es verwendet, um die Welle zu beschreiben: "Comme la vague irréflue" (Wie die unentschlossene Welle). Es vermittelt ein Gefühl von Fließen, Unbeständigkeit und einer gewissen inneren Zerrissenheit, die perfekt zur sinnlichen und ambivalenten Stimmung des Liedes passt. Es ist eine faszinierende Metapher für die Dynamik der Liebe und Begierde, die im Lied thematisiert wird.
Serge Gainsbourg und Jane Birkin spielen in diesem Lied ein Liebespaar, das sich gleichzeitig anzieht und widerspricht. Der Refrain sagt: „Je t’aime, je t’aime, oui je t’aime / Moi non plus“ [Ich liebe dich, ich liebe dich, ja, ich liebe dich / Ich auch nicht]. Dieses „Moi non plus“ klingt fast frech: Auf ein leidenschaftliches Liebesbekenntnis folgt keine klare Erwiderung, sondern ein spielerisches Nein. Danach wird die Nähe sehr körperlich beschrieben. „Je vais, je vais et je viens / Entre tes reins“ [Ich gehe, ich gehe und komme / zwischen deinen Lenden] ist direkt und sinnlich, während „Et je me retiens“ [Und ich halte mich zurück] zeigt, dass die Bewegung immer wieder gebremst wird.
Die Bilder von Meer und Insel machen dieses Hin und Her besonders anschaulich: „Tu es la vague / Moi l’île nue“ [Du bist die Welle / ich die nackte Insel]. Die Welle kommt und geht, die Insel bleibt liegen, doch beide gehören in dieselbe Szene. Später heißt es: „L’amour physique est sans issue“ [Körperliche Liebe führt in keine Richtung, hat keinen Ausweg]. Das klingt zugleich nüchtern und ein bisschen dramatisch. Nach all dem Zögern beendet das kurze „Non / Maintenant viens“ [Nein / jetzt komm] das Spiel mit einer klaren Aufforderung. Für Deutschlernende ist der Refrain besonders interessant, weil „moi non plus“ wörtlich „ich auch nicht“ bedeutet, hier aber als widersprüchliche Antwort auf „Ich liebe dich“ funktioniert.