Viima bedeutet „eisiger Wind“ oder „kalte Zugluft“. Es ist ein spezifisches Wort, das die Kälte und den scharfen Wind beschreibt, der oft in den nordischen Ländern vorkommt, besonders im Herbst und Winter.
Im Lied singt Sanni: „Marraskuun viima vasten puhaltaa“ (Der eisige Wind des Novembers bläst entgegen). Dieses Wort fängt die melancholische und kalte Atmosphäre des Liedes perfekt ein und ist nicht so alltäglich wie „tuuli“ (Wind), was es interessanter macht.
Kennst du dieses seltsame Gefühl, wenn man eine Person nach ewiger Zeit wiedersieht, das Gesicht genau wie früher aussieht, sich aber alles fremd anfühlt? Genau an dieser Straßenecke holt uns die finnische Popsängerin SANNI ab. Sie singt direkt heraus: „Katselen sua, sä näytät samalta / Mutta äänessäs on jotain uutta“ (Ich schaue dich an, du siehst gleich aus / Aber in deiner Stimme liegt etwas Neues). Man redet nett miteinander, tut höflich, doch die Wahrheit tut weh: Man kennt sich schlichtweg nicht mehr. Der Satz „Koska me ei olla enää me“ (Weil wir nicht mehr 'wir' sind) schlägt wie eine Tür zu. Da ist kein Raum für falsche Hoffnungen. Man kauft die Weihnachtsgeschenke längst für jemand anderen („Ostetaan joululahjat jollekkin toiselle“).
SANNI packt diesen Abschied in herrlich ehrliche, ungemütliche Bilder mitten aus Helsinki: „Marraskuun viima vasten puhaltaa / Helsingin kadut tulvii roskaa“ (Der Novemberwind bläst entgegen / Die Straßen von Helsinki stehen voll Müll). Man friert erbärmlich, der andere merkt es ganz genau, bietet aber nicht einmal mehr seine Jacke an („Mulla on kylmä sen kyllä huomaat / Mutta et tarjoo sun takkia“). Klingt hart? Ist es auch, aber vor allem ist es konsequent. Er darf sie noch nach Hause begleiten, die Wohnungstür bleibt jedoch zu („Voit saattaa kotiin, muttet pääse enää sisälle“). Warum? Weil Wunden nicht heilen, wenn man ständig daran herumkratzt („Ei haavat niitä repimällä parane“). Klare Kante, eiskalter Wind und null Illusionen: Dreh dich um und geh einfach.